Der neue PocketBook Touch Lux 5 im Test

  • - Aktualisiert am
  • von Michael
  • Lesedauer: ~ 4 min
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Rund zwei Jahre nach dem Touch Lux 4, der die neue Designlinie der 6-Zöller bei PocketBook einleitete, stellt der Hersteller nun den Nachfolger vor. Der Touch Lux 5 hat nun einen Bildschirm mit Nachtlichtfunktion. Ich habe mir das Gerät in den letzten Wochen genauer angeschaut.

PocketBook Touch Lux 5

PocketBook Touch Lux 5

 

Gehäuse und Design

Der neue Touch Lux 5 gleicht seinem Vorgänger äußerlich bis ins Detail. So steckt auch er im gleichen Gehäuse, das er sich mit dem Touch HD 3 und dem Color teilt. Deshalb ist der Touch Lux 5 mit 156 g auch gleich schwer bzw. leicht. Er passt damit nahtlos in die entsprechenden Hüllen von PocketBook oder Drittherstellern, die ihn in den Standby schicken und ihn auch wieder aufwecken können.

Und ebenso wie alle anderen Geräte von PocketBook lässt er sich auch der Touch Lux 5 komplett abschalten und verbraucht dann keinen Strom mehr. Also gar keinen. Gelegenheitsleser können ihn also zwischen den Urlauben ausschalten und beim Wiedereinschalten mit der gleichen Akkuladung weiterlesen.

PocketBook Touch Lux 5: tasten und Anschlüsse (hier mit 32 GB Micro-SD-Karte)

PocketBook Touch Lux 5: Tasten und Anschlüsse (hier mit 32 GB Micro-SD-Karte)

Die inneren Werte des Touch Lux 5 sind fast die gleichen, wie bei seinem Vorgänger. Fast nur deshalb, weil er nun einen Dual-Core-Prozessor hat, dem aber weiterhin nur 512 MB Arbeitsspeicher zur Verfügung stehen. Der neue Prozessor sorgt u.a. dafür, dass der Touch Lux 5 schneller weiterblättert und insgesamt geschmeidiger reagiert. Der Akku hat immer noch eine Kapazität von 1500 mAh. Der interne Speicher beträgt weiterhin 8 GB, von denen 6,5 GB für eBooks zur Verfügung stehen. Wer mehr braucht, kann zusätzlich eine maximal 32 GB große Speicherkarte nutzen. Bluetooth und damit Audiounterstützung hat er nicht, wasserdicht ist er ebenfalls nicht. Diese Features bleiben den teureren Modellen (Touch HD 3 und Color) vorbehalten.

Bildschirm

Die große Neuerung ist der Bildschirm, der zwar immer noch mit 212 ppi auflöst, nun aber eine Nachtlichtfunktion (hier Smartlight genannt) bietet. Damit regelt der Reader die Lichtfarbe abends ins Orangene. Das soll dafür sorgen, dass der Leser leichter in den Schlaf kommt. Ob das wirklich so ist, bezweifle ich, die Einstellung der Farbe ist jedenfalls eine schöne Sache, die ich auch gern nutze, seit es eReader mit Farbtemperaturänderung gibt.

Der Touch Lux 5 hat keinen Helligkeitssensor, sondern die automatische Helligkeits- und Farbtemperaturregelung arbeitet zeitbasiert. Das funktioniert mehr oder weniger gut, was aber auch kein Problem ist, da sich die Automatik abschalten oder umkonfigurieren lässt.

Die Lichtfarbe des Smartlights ist im Vergleich zum Touch HD 3 etwas orangener:

Smartlightvergleich: Touch HD 3 (links), Touch Lux 5 (rechts)

Smartlightvergleich: Touch HD 3 (links), Touch Lux 5 (rechts)

Mit abgeschalteter Farbtemperatur ist die maximale Beleuchtung etwas heller, als beim Touch Lux 4 und auch etwas weißer:

Helligkeitsvergleich: Touch Lux 4 (links), Touch Lux 5 (rechts)

Helligkeitsvergleich: Touch Lux 4 (links), Touch Lux 5 (rechts)

Generell ist der Kontrastumfang des Touch-Lux-5-Displays im Vergleich zum Vorgänger etwas geringer. Das fällt nur bei Graustufen auf und spielt beim Lesen auch nur eine untergeordnete Rolle, da der Text im Buch genauso kräftig dargestellt wird.

Vergleich Kontrastumfang: Touch Lux 4 (links), Touch Lux 5 (rechts)

Vergleich Kontrastumfang: Touch Lux 4 (links), Touch Lux 5 (rechts)

Die Beleuchtung lässt sich per langem Druck auf die Menütaste abschalten, Helligkeit und Farbtemperatur lassen sich per Wischgesten über den Bildschirm ändern.

Die Texte auf den Fotos stammen aus diesem Buch:
»Schulmedizin« hat keinen guten Ruf. Akupunktur, Osteopathie & Co. hingegen sind angesagt. Sie gelten als sanft und natürlich. Doch weder ist die Natur immer gut, noch jede alternative Heilmethode wirksam. Die Ärztin Dr. Natalie Grams hat den ultimativen Kompass durch die Welt der Medizin geschrieben. Sie klärt auf, welche Verfahren wirken, was die Gründe dafür sind – und wie eine ganz …
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Bedienung

Ansonsten entspricht der Touch Lux 5 den Standards von PocketBook und er bietet alles, was die anderen Reader aus gleichem Hause auch können. Also große Konfigurierbarkeit (so lassen sich z.B. die Tasten umbelegen), die beste eBook-Verwaltung auf dem Reader, die Möglichkeit eBooks nicht nur per Kabel, PocketBook-Cloud und Browser aufs Gerät zu laden, sondern auch per Dropbox. Ein paar Spiele hat er dabei, einen Taschenrechner und noch ein paar andere Dinge.

Wie die anderen PocketBooks unterstützt auch der Touch Lux 5 die meisten eBook-Formate, nämlich CHM, DJVU, DOC, DOCX, EPUB, EPUB3, FB2, HTML, MOBI, PDF, PRC, RTF, TCR und TXT. Und natürlich eBooks aus der Onleihe, wobei hier noch das ADOBE-DRM zum Zug kommt. Das neue CARE-DRM, das die Onleihen künftig nutzen wollen und das auf den Tolinos bereits für großen Ärger sorgte, soll irgendwann auch auf den PocketBooks kommen. Einen genauen Termin dafür gibt´s aber noch nicht.

Wer keine per DRM geschützten eBooks liest und etwas flexibler sein möchte, kann auch auf dem Touch Lux 5 die alternative Leseapp Cool Reader installieren.

Zusammenfassung

Das könnte für den PocketBook Touch Lux 5 sprechen

  • Beleuchteter Bildschirm mit Nachtlichtfunktion
  • Helligkeit per Geste regelbar
  • Weiterblättern auch mit Tasten möglich
  • Tastenbelegung lässt sich ändern
  • eBooks können in Ordnern verwaltet werden
  • eBooks können via Dropbox aufs Gerät geladen werden
  • Umfangreiche Verwaltung von eBooks in Ordnern, Sammlungen, Genres, Favoriten, Serien
  • Verwendung eigener Schriften möglich
  • Lesen ist im Querformat möglich
  • Einschub für Micro-SD-Karte
  • Spiele vorhanden
  • Unterstützung für ebooks aus der Onleihe
  • Unterstützung von Sleephüllen

Das könnte gegen den PocketBook Touch Lux 5 sprechen

  • Keine Einstellung für Blocksatz in der Software

Preise und Bezugsquelle

Fazit

Wieder ist der Touch Lux 5 eine gelungene Weiterentwicklung der Touch-Lux-Reihe, die es seit mittlerweile sieben Jahren gibt. Durch das Smartlight schließt er endlich zur Konkurrenz auf, die im gleichen Preisbereich schon länger eReader mit einstellbarer Farbtemperatur bietet (wenn man mal von Amazon absieht). Dass der neue Prozessor die Verarbeitungsgeschwindigkeit erhöht, ist das Sahnehäubchen.

Für mich ist der Touch Lux 5 damit der eReader, der mit seinen 120 € im 6-Zoll-Segment das beste Preis-/Leistungsverhältnis bietet. Ich bin ja eher nicht so derjenige, der anderen unbedingt zu etwas Neuem rät, wenn das Alte noch gut funktioniert, aber hier mache ich eine Ausnahme. Wer einen Touch Lux 4 oder 3 hat, könnte durchaus in Erwägung ziehen, auf den Neuen umzusteigen. Allein schon wegen des Smartlights.

Das Einzige was ich schade finde ist, dass es den Touch Lux 5 nicht mit schwarz abgesetzter Front gibt. Momentan ist er nur komplett in schwarz und rot zu haben.

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Michael SonntagMichael Sonntag beschäftigt sich mit allem, was mit dem Lesen ohne Papier als Trägermaterial zu tun hat. Also mit eBook-Readern, Tablets und dem ganzen Drumherum.

10 Kommentare

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  1. skip sagt:

    Ich würde ja gerne als Zweitgerät zum Inkpad 3 noch einen 6-Zöller haben. Allerdings bin ich bei der Auflösung verwöhnt.

    Sehe ich das richtig, dass das Display (unbeleuchtet) vergleichbar mit dem Basic Lux 2 ist? Dann finde ich die Buchstaben ja gefälliger auf einem Touch Lux mit alter Displaytechnik …

    SD und 300 dpi bei 6 Zoll suche ich wohl vergeblich? Mein Frau hat einen HD3. Dieser hat leider keinen SD-Kartenslot, das wäre aber sonst ideal.

  2. Peter R. sagt:

    …. der Bildschirm, der zwar immer noch mit 212 ppi auflöst …. …..Generell ist der Kontrastumfang des Touch-Lux-5-Displays im Vergleich zum Vorgänger etwas geringer. Das fällt nur bei Graustufen auf …..

    212 ppi und Kontrastumfang im Vergleich zum Vorgänger etwas geringer, da bleibe ich lieber bei meinem PocketBook Touch HD, Nachtlicht brauche ich nicht.

    ….. Keine Einstellung für Blocksatz in der Software …. Das ist das einzige was ich sehr vermisse, da könnte PocketBook mal bei gehen, es wird langsam Zeit das zu erledigen.

    • Dirk sagt:

      Da gebe ich Dir recht, Peter. Es wird wirklich mal Zeit, dass PocketBook Blocksatz als Einstellung anbietet. Ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen, warum die das nicht machen. Für mich ein NoGo, da ich nur im Blocksatz lese.

  3. Christoph sagt:

    Hallo Michael,
    vielen Dank für deinen Test.
    Ich hatte auch mal (kurzzeitig) einen TL5, war aber mit der Ausleuchtung sehr unzufrieden. Am rechten Rand, insbesondere unten, war die Farbtemperatur schmutzig kalt, während links alles sauber und warm dargestellt wurde. Die weiße LED ganz rechts war offenbar zu stark. Das fiel besonders auf, wenn das Smartlight bei 50% lag.
    Wie sieht das bei deinem TL5 aus? Hast du vielleicht ein Foto des Displays bei halber Helligkeit und 50% Smartlight?
    Danke und Grüße, Christoph

    • Lucy sagt:

      Das liegt generell an der Bauweise des Touch Lux 5. Rechts unten endet die Beleuchtung mit einer weißen LED, links unten mit einer orangen. Ein vertikaler Farb- und Helligkeitsverlauf ist damit per Hardware quasi garantiert. Bei zwei mir vorliegenden Geräten war das leider auch sehr deutlich zu sehen.

    • Michael sagt:

      Ich hab ein Bild mit 50% Smartlight und 100% Helligkeit und da ist das in der Tat auch so. Ist mir beim Testen aber so gar nicht aufgefallen. Hmm, kann leider auch jetzt nicht nochmal überprüfen, weil ich den Reader schon wieder zurückgeschickt habe.

  4. Christoph sagt:

    Danke für eure Antworten. Dann nehme ich von einem Neukauf lieber Abstand.

  5. oxopodab sagt:

    Das Teil ist großartig.
    Von Farb-/Helligkeitsverlauf keine Spur bei meinem Gerät.
    Gab einen Bug in der standard Lese App, so dass Links und Gehe zu Seite nicht funktionierten, nach 2 Emails (innerhalb von wenigen Stunden) wurde das kommende Update für mich schonmal freigeschaltet und jetzt geht alles.
    In der Zwischenzeit hat mir CoolReader weitergeholfen. So ein relativ offenes System ist einfach gut.

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