Testbericht: Kobo Aura One – 2. Update

  • 26. August 2016 - Aktualsiert am 8. November 2016
  • von Michael
  • 7 Antworten

Kobo hat ja seit dem Erfolg des Aura H2O vor knapp zwei Jahren nicht mehr viel von sich hören lassen. Dass etwas Neues kommt, war klar, seit in der Firmware Hinweise auf neue Geräte gefunden wurden. Einer davon ist der Aura One, der den H2O in Sachen Wasserdichtigkeit beerbt und dabei ein noch größeres Display hat.

kobo-aura-one_wassertropfen

Seit Montag habe ich das Testgerät hier, das ich seitdem auf Herz und Nieren geprüft (und vier Krimis damit gelesen) habe. Erst seit heute mit Version 2.65 unterstützt auch Calibre den Aura One, weswegen ich mit dem Test gewartet habe.

Eins vorweg: Mein Testgerät stammt von Kobos PR-Abteilung und es ist vermutlich handverlesen und möglicherweise ist das Display besser, als die freiverkäuflichen Exemplare, die es demnächst gibt. Es ist auch möglich, dass die unten angesprochenden Fehler bis zum Erscheinen ausgebügelt sind.

Gehäuse und Verarbeitung

Bevor ich zum Bildschirm komme, hier zunächst die Abmessungen des Gerätes. Der Aura One ist knapp 20 cm lang, 14 cm breit und fast 7 mm dick. Dadurch ist der Aura One mit 230 g sehr leicht. Im Inneren werkelt ein 1 GHz Prozessor, dem 512 MB Arbeitsspeicher zur Verfügung stehen. Der interne Speicher ist mit rund 7 GB sehr groß. Zum Vergleich: Andere Hersteller spendieren ihren Geräten gerade einmal zwei bis drei Gigabyte Speicherplatz für eBooks.

Teilgummierte Rückseite mit blauem Powerbutton

Teilgummierte Rückseite mit blauem Powerbutton

Die Rückseite ist zum großen Teil gummiert, einzig ein rund anderthalb Zentimeter breiter Bereich am oberen Rand, der auch den blauen Einschalter beherbergt, ist glatt. Auf der gegenüberliegenden Seite des Schalters befindet sich eine Status-LED, die blau leuchtet, wenn der Reader eingeschaltet und rot, wenn er geladen wird. Der Platz ist etwas ungünstig, da hier beim Einschalten durchaus der Daumen liegt und die LED verbirgt. Links neben der LED befindet sich noch der Helligkeitssensor.

Die komplette Front ist wieder plan, wie dies bereits beim Kobo Aura der Fall war. Das Display selbst liegt sehr knapp unter der Frontscheibe, sodass es nur einen kleinen Schatten gibt, wenn Licht von außen auf den Bildschirm fällt. Außer dem goldenen Micro-USB-Anschluss an der Unterseite hat der Aura One keine weiteren Anschlüsse oder Tasten.

Die Verarbeitung ist weitgehend in Ordnung, einzig die Spaltmaße links und rechts sind unterschiedlich groß. Mein Testgerät hatte bereits einen Fussel im Spalt zwischen Gehäuse und Frontscheibe, der nur mit einem Bastelskalpell und einer Pinzette zu entfernen war. Ein Gerät in dieser Preisklasse muss besser verarbeitet sein.

Offenbar sind neuere Geräte besser verarbeitet, siehe Update vom 6.November.

Handhabung

Obwohl der Aura One für ein Gerät mit knapp 8“-Bildschirm recht klein ist, liegt er durch das geringe Gewicht angenehm in der Hand. Das Gewicht erkauft sich Kobo durch einen kleinen Akku (1200 mAh), der laut Kobo nach einem Monat wieder an die Steckdose muss, aber nur, wenn man pro Tag nur 30 min liest. Nach meinen Messungen kommt das aber durchaus hin. Ohne Beleuchtung verliert der Akku in 2 h etwa 10 % seiner Ladung, mit Beleuchtung etwa 20 %. Im Schnitt hält er mit eine Akkuladung also 15 h durch, das sind bei einer halben Stunde täglich tatsächlich 30 Tage. Immerhin ist der Aura One mit so einem Powerladegerät nach rund 2 h wieder komplett aufgeladen.

Johannes von lesen.net findet, dass der Aura One durch das geringe Gewicht nicht sehr angenehm zu halten ist, da er so leicht aus der Hand rutschen könnte. Ich stimme dem zu, solange ich den Reader wirklich nur in einer Hand halte. Beim ausgiebigen Lesen (immerhin vier Eifelkrimis) habe ich das Gerät aber immer irgendwo abgelegt, sodass ich es immer sicher in der Hand halten konnte. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass es in einer Hülle noch griffiger in der Hand liegt.

Wasserschutz

Wie auch dem H2O hat der Aura One wieder einen Wasserschutz. Diesmal hält es das Gerät eine ganze Stunde in einer Tiefe von 2 m aus, bevor erste Schäden auftreten. Daher kann der Aura One auch mal im Pool oder See versenkt werden, denn schwimmfähig ist er nicht. Der Wasserschutz wird diesmal per Nanoversiegelung realisiert, sodass das Wasser auch ins Gerät hineinlaufen kann. Das ist wahrscheinlich auch der Grund für das Fehlen der externen Speicherkarte.

Kobo hat die Wassertropfenerkennung überarbeitet, sodass nun kein Dialog mehr angezeigt wird, der sämtliche Fehleingaben abfängt, sondern das Gerät reagiert unter Wasser auf keinerlei Eingaben mehr. Erst wenn der Bildschirm wieder trocken gewischt wurde, reagiert das Gerät wieder. Eine sehr elegante Lösung.

Bildschirm

Nun zum wichtigsten Teil eines eReaders, nämlich zum Bildschirm. Kobo verbaut beim Aura One ein brandneues, weil noch nirgends anderswo verbautes, 7,8“ E-Ink-Carta-Display mit einer Auflösung von 300 ppi. Das Display ist jeweils 2 mm schmaler und kürzer als herkömmliche 8“-Displays, wie sie beispielsweise im Inkpad 1 & 2 oder im Icarus Illumina XL verbaut sind.

Der Hintergrund ist zwar durch das Cartadisplay relativ hell, im direkten Vergleich mit dem Glo HD aber etwas dunkler. Das liegt an der zusätzlichen Schicht des Displays, die Berührungen erkennt. Dem Glo HD fehlt sie aufgrund der IR-Touchtechnik.

Trotzdem ist der Schwarzwert des Bildschirms sehr hoch, unbeleuchtet vergleichbar mit dem Tolino Vision 3 HD, beleuchtet in etwa wie der Kobo Aura H2O. Damit werden kleine Schriftgrößen sehr glatt dargestellt, sodass mehr Text auf die ohnehin schon sehr üppig bemessene Seite passt. Das heißt, man blättert nicht mehr ganz so oft um und das Leseerlebnis kommt vom Textverhältnis sehr stark an das eines normalen Papierbuches heran. Langes Lesen macht jedenfalls eine Menge Spaß und ich hatte nie das Gefühl, dass auch kleine Schriften unleserlich waren. Wer genaueres zu den einzelnen Kontrasten wissen möchte, kann sich drüben bei Chalid umschauen, er testet immer ausführlich die Kontrastverhältnisse.

Displayvergleich mit Glo HD und Aura H2O

Displayvergleich mit Glo HD und Aura H2O

Kobo hat sich beim Aura One offensichtlich der Berührungserkennung angenommen bzw. sie im Zuge der Wassertropfenerkennung (siehe unten) überarbeitet. Wischt man beispielsweise einen Fussel vom Display, blättert das Gerät meistens nicht um oder macht komische Dinge. Auch beim Herumtragen im eingeschalteten Zustand blättert der Reader meist nur eine Seite weiter, wenn man mit der Hand aufs Display greift. Andrerseits muss man beim Zurückblättern per Wischgeste einen ziemlich langen Weg zurücklegen, um zur vorherigen Seite zu gelangen.

Beleuchtung

Die weiße Beleuchtung bei meinem Testgerät ist sehr gut. Wie bei allen beleuchteten Bildschirmen von eReadern ist nach oben hin ein leichter Farbverlauf erkennbar, der während des Lesens nicht stört. Von welcher Seite man auch ins Display schaut, nie sind die LEDs zu erkennen. Lediglich am unteren und oberen Rand ist ein minimaler Schatten zu sehen, der absolut nicht störend ist. Bis hierhin hat Kobo alles richtig gemacht. Hoffentlich ist das nicht nur bei meinem Testgerät so, sondern auch bei den Exemplaren, die es demnächst in freier Wildbahn gibt.

Maximalhelligkeit bei Kobo Glo HD (links) und Kobo Aura One (rechts)

Maximalhelligkeit bei Kobo Glo HD (links) und Kobo Aura One (rechts)

Die Maximalhelligkeit ist im Vergleich zum Glo HD etwas geringer, aber absolut ausreichend, auch wenn es auf dem Bild oben nicht so rüberkommt. Ich habe in keiner Sekunde die Helligkeit als zu Dunkel empfunden.

Kobo beim Aura One auf einen separaten Lichtschalter verzichtet. Der ist auch nicht notwendig, da der Reader die Helligkeit automatisch regeln kann. Außerdem schaltet der Aura One das Licht im prallen Sonnenlicht standardmäßig ganz ab. Die Helligkeitsautomatik und die Lichtabschaltung lassen sich unabhängig voneinander einstellen und de/aktivieren. Darüber hinaus lässt sich die Helligkeit jederzeit im Buch einstellen, indem man am linken Bildschirmrand nach oben oder unten wischt. Allerdings ist dann die Helligkeitsregelung nicht stufenlos, weniger 7% Helligkeit kann der Reader nicht anzeigen, die beleuchtung geht dann komplett aus.

Nachtlicht

Der Aura One ist ja der erste eReader, der ein Nachtlicht eingebaut hat. Wissenschaftler haben vor einiger Zeit herausgefunden, dass der Blauanteil im Licht dafür sorgt, dass man nicht so leicht müde wird. Ich kann das bestätigen, denn seit ich Tageslichtlampen im Büro habe, kann ich länger konzentriert arbeiten. Diese enthalten das komplette Farbspektrum des Lichts, auch den Blauanteil, der bei normalen, gelben Glühlampen herausgefiltert wird. Nun – so die Forscher – kollidiert der Blauanteil im Licht mit dem nächtlichen Lesen, da es verhindert, dass man müde wird. Und deswegen bauen alle möglichen Hersteller in ihre Tablets und Smartphones Blaulichtfilter ein, damit das nicht passiert. Beim Aura One findet diese Technik nun erstmal bei einem reinen eBook-Lesegerät Anwendung.

Wobei ich mich allerdings frage, ob das nicht kontraproduktiv ist: Wer will denn müde werden, wenn die Story gerade so richtig spannend ist?

Genug geschwafelt, das Nachtlicht im Aura One funktioniert jedenfalls einwandfrei. Man kann in einem Zweitraum zwischen 21:00 Uhr abends und 3:00 Uhr morgens einstellen, wann Schlafenszeit ist und wie stark der Bildschirm ins orange gefärbt werden soll. Danach die Automatik eingeschaltet und ab da regelt das Gerät in sanften Schritten, die man beim Lesen kaum bemerkt, die Lichtfarbe ins Orange.

Nur in der maximalen Einstellung ist der Bildschirm so orange, wie auf dem letzten Bilc. Diese Einstellung kann auch nur manuell erreicht werden, die Automatik regelt bei rund 90 % ab, sodass der Bildschirm dann nicht ganz so grell leuchtet.

Weil unser Gehirn die Färbung aber recht gut herausrechnet, hat man beim Lesen eine angenehme Beleuchtung, die zudem den schlafenden Partner weniger stört, als eine normalweise Displaybeleuchtung. Wie stark das Display eingefärbt wird, kann man immer dann sehen, wenn man das Nachtlicht mal abschaltet und auf den dann scheinbar zu blauen Bildschirm blickt.

Wer das Nachtlicht nicht braucht, kann es auch ganz abschalten oder einfach die Bildschirmfärbung einstellen, die ihm behagt. Die Automatik muss nicht in jedem Falle mitlaufen.

Bibliothek

Im Großen und Ganzen läuft auf dem Aura One eine Weiterentwicklung der Software, die auch schon von anderen Kobos bekannt ist. So gibts eine Bibliotheksfunktion, die eBooks nach Lesedatum, Titel, Autor, Dateigröße und Dateityp sortieren kann. Die Bibliothek kann außerdem alle eBooks Anzeige, die gerade, nicht oder fertig gelesenen, alle gekauften oder per USB-Kabel oder Download übertragenen eBooks. Schlagworte aus Calibre können als Sammlungen angelegt werden. Die Books lassen sich als Cover oder Liste anzeigen. Über die Pocketschnittstelle lassen sich alle beim Webdienst Pocket abgelegten Artikel lesen. Die Reader von Kobo sind aktuell übrigens die Einzigen, die auch den Klappentext der eBooks auf dem Reader anzeigen können.

Bei der vorliegenden Firmwareversion hat sich Kobo dazu hinreißen lassen, ein paar Menüpunkte anders zu übersetzen. Das sorgt bisweilen für Verwirrung. So heißen die drei Punkte auf der Statseite nun „Gelesen | Durchsuchen | Aktivitäten“ statt „Bibliothek | Shop | Extras“. Die „Leseeinstellungen“ während des Lesens im eBook heißen nun „Leseerlebnis“.

eBooks lesen

Die Einstellungen zu eBooks sind umfangreich, so lassen sich neben den 10 vorinstallieren Schriften auch eigene installieren. Bei sieben der vorinstallierten Schriften lässt sich auch die Stärke der Schrift einstellen. Seitenrand und Zeilenabstand sind genauso möglich, wie linksbündige Ausrichtung und Blocksatz. Eine sehr sanfte Silbentrennung wird unterstützt, wenn das eBooks dafür vorbereitet ist. Die Schriftgröße lässt sich leider nur im Schriftdialog einstellen und nicht über eine Zoomgeste.

Liegen die eBooks in Kobos eigenem KEPUB-Format vor, dann unterstützt der Reader auch Lesestatistiken und Auszeichnungen als Anreiz zum Lesen.

Wie alle anderen Kobos lassen sich per Adobe DRM geschützte eBooks nicht direkt über das Gerät aus dem Netz, anderen Shops oder der Onleihe herunterladen und lesen. Hier muss der Reader nach wie vor an den PC gestöpselt werden und die Bücher per Adobe Disigtal Editions auf das Gerät kopiert werden.

PDFs lesen

PDFs lassen sich mit dem Aura One aufgrund des großen Bildschirms theoretisch lesen, zur Not auch im Querformat. Die PDF-Unterstützung ist aber nur rudimentär eingebaut. So lassen sich die Dokumente zwar vergrößern, aber allein das Herumschieben des Ausschnits wird zum Geduldsspiel. Der Aura One hat auch keinen Reflowmodus, der den Text aus dem PDF herausziehen und einfach darstellen kann. Zur Not kann man so also mal ein PDF betrachten, Spaß macht das nicht. Schade, denn der große Bildschirm lädt ja förmlich dazu ein.

Alternative Leseprogramme

Übrigens lassen sich auch auf den Kobos alternative Leseprogramme wie Cool Reader oder Koreader installieren. Mit der auf dem Aura One vorliegenden Firmware 3.20 ist es bisher allerdings nicht möglich, beide Leseprogramme zum Laufen zu bewegen. Und so ist beispielsweise das zweispaltige Lesen im Querformat derzeit leider nicht möglich, da die eingebaute Lesesoftware das Querformat nur bei PDF-Dokumenten unterstützt.

Fehlerfrei geht anders

Ein Grund, warum dieser Test erst jetzt erscheint und nicht schon früher, ist die Sache mit den Bugs. Kobo ist zwar kein Neuling in der eReaderentwicklung, aber mit einem ganz neu entwickelten Geräte ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass noch nicht alles funktioniert. Und in der Tat sind mir etliche Bugs aufgefallen.

Ab und zu gabs bei meinem Testgerät ein Problem mit Ruhemodus. Normalerweise sollte sich der Reader nach 15 min in den Standby verabschieden und das Licht abschalten. Danach sollte er nach 60 Minuten komplett abgeschaltet werden. Mehrmals ging das schief, teilweise flackerte die Beleuchtung wild oder aber der Reader war zwar scheinbar im Ruhemodus, aber die Beleuchtung glomm auf geringer Stufe weiter und sog so den Akku innerhalb weniger Stunden leer. Edit: Wenn eingestellt ist, dass der Reader nur in den Standby geht und nicht abgeschaltet wird, hält der Akku wochenlang durch. Behoben mit Firmware 4.0

Vor sich hin leuchtender Aura One im Rugemodus

Vor sich hin glimmender Aura One im Ruhemodus – an der unteren Kante ist sichtbar, dass die Beleuchtung eingeschaltet ist

Ein weiteres Problem betrifft die Helligkeitsregelung per Wischgeste. So lassen sich sich keine Helligkeiten unterhalb von 7% einstellen, sondern der Reader schaltet die Beleuchtung komplett ab. Wenn gleichzeitig das Nachtlicht eingeschaltet ist, leuchtet dieses auf Minimalstufe dennoch ein paar Sekunden nach, bevor es auch aus geht. Behoben mit Firmware 4.0

Das nächste Problem betrifft die Berührungserkennung des Bildschirms. Beim Eingeben von Text wiederholte das Gerät häufig den zuletzt getippten Buchstaben, obwohl der Finger schon längst auf einem anderen Buchstaben weilte. Behoben mit Firmware 4.0

Auch die Positionserkennung beim Versuch, die Schrifteinstellungen in einem KEPUB-Dokument zu öffnen, funktionierte regelmäßig nicht. Entweder passiert gar nichts oder der Reader öffnete die Statistiken. Bei EPUB-Dokumenten hingegen war dies kein Problem.

Bei diesen wiederum scheitert die Lesesoftware an dem auch von anderen eReadern bekannten Absatzbug. Das heißt, wenn der letzte Absatz auf der Seite länger, als Platz vorhanden ist, dann wird der komplette Absatz auf die nächste Seite übertragen und der untere Bereich bleibt weiß. Bei langen Absätzen macht das Lesen keinen Spaß, da die Seiten nur auf dreiviertel des Platzes Text stehen haben. Möglicherweise ist das ein Problem des internen Adobe Viewers, den alle eReader verwenden, sich dieser Fehler durch verschiedene Geräteverschiedener Hersteller zieht bzw. zog. Bei eBooks im KEPUB-Format, das man auch mit Calibre bekommen kann, tritt dieser Fehler nicht auf.

Bei manchen EPUB-Dokumenten wird die Änderung der Schriftart- oder größe außerdem erst nach einem Neustart des Gerätes angewendet. Behoben mit Firmware 4.0

Update vom 11.09.16
Mit Firmware 4.0 hat Kobo die nervigsten Fehler ausgebügelt. So wird der Akku nicht mehr innhalb von ein paar Stunden leergesaugt, wenn der Reader komplett abgeschaltet ist und auch die Beleuchtung lässt sich nun stufenlos ohne Sprünge regeln. Auch die Oberfläche wurde überarbeitet und der Punkt „Gelesen“ auf der Startseite in „Lesen“ umbenannt. Auch der Menüpunkt „Leseeinstellungen“heißt nun wieder so und nicht mehr „Leseerlebnis“. Der Absatzbug ist noch vorhanden und die Genauigkeit bei der Toucherkennung ist noch immer nicht ganz perfekt. Das Update gibts bislang nur zum manuellen installieren, wird demnächst sicher auch über die Kobosoftware verteilt.

Update vom 06.11.16

Offensichtlich war das vorherige Update auf 4.0 bei einigen noch nicht ganz perfekt, die aktuelle Version 4.1 soll nun endlich den Strombug behoben haben. Seit Ende Oktober habe ich nun einen eigenen Aura One, bei dem die Spaltmaße besser sind. Weder links noch rechts vom Display gibts so große Spalten, wie das bei dem Testgerät der Fall war.

Zusammenfassung

Das könnte für den Kobo Aura One sprechen

  • Wasserdicht bis 2 m
  • Großer Bildschirm
  • Großer Speicherplatz
  • Beleuchtung
  • Nachtlichtfunktion
  • WLAN
  • Bedienung per Berührung
  • Onleihe kann benutzt werden
  • Wörterbücher vorhanden
  • Webartikel per Pocket-Dienst importierbar
  • Eigene Schriften können installiert werden

Das könnte gegen den Kobo Aura One sprechen

  • Zwangsanmeldung des Gerätes bei Kobo
  • Rudimentärer PDF-Betrachter
  • Querformat nur bei PDFs möglich

Preise und Bezugsquellen

Fazit

Um gleich auf den Punkt zu kommen: Trotz etlicher Fehler in der Software hat der Aura One bei mir ein sehr starkes „Habenwollen-Gefühl ausgelöst. Das liegt in erster Linie an dem sehr gut ausgeleuchteten und hoch auflösenden Display mit dem das Lesen wirklich Spaß macht.

Die automatische Helligkeitsregelung kam mir besonders beim Lesen im Freien zugute und dass sich das Licht in der Sonne ausschaltet, finde ich auch klasse. Noch schöner wäre es allerdings, wenn man die Abschaltehelligkeit selber wählen könnte, denn der Hintergrund des Cartadisplays ist auch unbeleuchtet ausreichend hell, um im Schatten unterm Sonnenschirm ohne Zusatzbeleuchtung auszukommen. Die Nachtlichtfunktion ist ein Nice-to-have, ist für mich aber nicht zwingend notwendig, wobei ich mir vorstellen kann, dass sie sich unbemerkt in den Lesealltag einschleicht und danach nicht mehr wegzudenken ist.

Nicht so gut gefallen haben mir die unregelmäßigen Spaltmaße und die Bugs, insbesondere der mit dem Ruhemodus und der mit den fehlerhaften Toucheingaben. Sie beeinträchtigen die Nutzung jetzt nicht besonders, aber sind eines Gerätes aus der Premiumklasse unwürdig. Hoffentlich behebt Kobo sie bis zum Verkaufsstart am 6. September. (siehe Update vom 11.09.16)

Der Preis des Aura One ist mit 230 € allein und zusammen mit der Originalhülle für 280 € natürlich relativ hoch und damit auf dem Niveau eines Kindle Oasis. Andrerseits liegen eReader mit großem Bildschirm alle irgendwo in dieser Preisregion.

Mir ist beim Benutzen des Aura One immer wieder durch den Kopf gegangen, dass dieser seinem hohen Preis gerechter wird, als der Kindle Oasis, der sicher auch kein schlechtes Gerät ist. Der Aura One punktet für mich als Leser einfach durch das große, geniale Display, denn die Größe spielt hier eben doch eine Rolle. ;)

Datenblatt anschauen


Alternativen zum Kobo Aura One

Anzeige

Michael SonntagMichael Sonntag beschäftigt sich mit allem, was mit dem Lesen ohne Papier als Trägermaterial zu tun hat. Also mit eBook-Readern, Tablets und dem ganzen Drumherum.
* = Partnerlinks

7 Kommentare

Trackback  •  Kommentarfeed

  1. dash sagt:

    Ich habe mir damals den Aura H2O gegönnt, nochmal würde ich es mir jedoch nicht kaufen. Tolle Hardware, aber die Software ist nach Jahren immer noch verbugt und die bekannten Fehler werden nur sehr langsam gefixt (wenn überhaupt).
    Aura One scheint das gleiche Problem zu haben. :/
    Kobo braucht vernünftige Software-Programmierer.

  2. Kamano sagt:

    Danke, schöner Test!
    Ich bin kein Experte, aber das Blaulicht macht angeblich nicht nur wach, es soll auch die Tiefschlafphase stören, sofern man sich dem Licht direkt vor dem Schlafengehen ausgesetzt hat. Der Effekt scheint also diverse chemische Prozesse in Gang zu setzen, die sich dann nur langsam reduzieren.

  3. Minerva sagt:

    Hallo Michael,

    vielen Dank für diesen Test, wie immer sehr hilfreich und interessant!

    Ob dieser Reader meinen H2O vom Thron zu stoßen vermag, kann ich zwar noch nicht sagen, aber es ist ein Gerät, das ich mir auf jeden Fall mal näher ansehen werde. Einen ersten Eindruck von den Stärken und Schwächen des One konntest Du schon gut vermitteln und es ist immer gut, zu wissen, worauf man besonders achten muss – gerade solche Bugs können im Alltag sehr ärgerlich sein. Das Display wiederum sorgt auch bei mir schon im Ansatz für ein Haben-Will ;)

    Viele Grüße,

    Minerva

  4. tina sagt:

    Update vom 09.11.16 steht oben……..

    Zeitmaschine? :)

  5. Ulrich sagt:

    Das ist ein sehr hilfreicher Testbericht, du hast sehr genau hingesehen! Ich habe den Aura One am 22.01.’17 gekauft, und wollte ihn schon umtauschen lassen. Ich habe auch das Problem mit der falschen Positionserkennung bemerkt (immer noch??). Ich dachte eine defekte Hardware zu haben. Die Positionserkennung ist im rechten unteren Teil des Bildschirms um ca. 0.5cm nach links verschoben. Tippt man leicht links daneben geht es dann. Will man die Buchstaben vergroessern muss man statt auf das + gleich links daneben tippen. Beim – ist es dann genau. Auch gehen oft die Statistiken auf statt dem Buchstabenmenu. Mich nervt es allerdings vor allem wenn man das Woerterbuch benutzen will und dann das falsche Wort aufgeht (das rechts neben dem ausgesuchten). Beim H2O hingegen hatte ich in 2 Jahren nie das geringste Problem. Ansonsten finde ich den Aura One sehr gut, auch die Einstellung des Farbtons der Beleuchtung ist genial. Ich habe sie manuell auf einen warmen Weisston eingestellt, und kann kaum noch den H2O ansehen..
    Ich hoffe nur, dass die restlichen Bugs behoben werden.

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hoch