Testbericht: Kindle Touch

Nachdem ich letztens Trekstor Pyrus mit Amazon Kindle 4 verglichen und mich letztendlich für den Kindle (überwiegend aufgrund des besseren Displays) entschieden hatte, hat mir das Ganze keine Ruhe gelassen. Ich habe mich gefragt, ob ich nicht gleich Nägel mit Köpfen machen soll und den Touch nehme. Und ob es die 30,- € Aufpreis rausreissen.

Und weil ich gern mehrere Geräte testen wollte, habe ich Sony und Thalia angeschrieben, die mir freundlicherweise den PRS-T1 und den Cybook Odyssey zum Testen zur Verfügung gestellt haben. Letzterer erscheint offiziell erst diese Woche (am 20. Juni).

Kindle 4 Touch

Hier also zunächst der Bericht zum Kindle 4 Touch. Die Testberichte zum Sony und Odyssey kommen in den nächsten Tagen. Und ganz zum Schluss ziehe ich ein Resümee, in dem ich nochmal auf alle Geräte eingehe.

Um das Gerät mit Touchdisplay im Folgenden von dem mit Tasten zu unterscheiden, nenne ich letzteren nachfolgend auch Tastenkindle.

Hardware

Im Gegensatz zum Kindle mit Tasten hat der Kindle Touch fast gar keine Tasten mehr. Einzig der Einschaltknopf, der sich auch hier an der Geräteunterseite befindet und die “Home”-Taste existieren noch. Beim weiteren Anschauen fällt auf, dass sich das Display nun ziemlich genau in der Mitte befindet. Dadurch wirkt das Gerät nicht nur gefälliger, nein, es bleibt nun auch mehr Platz für den Daumen. Vorausgesetzt, der Kindle wird nur in einer Hand gehalten.

Kindle 4 vs. Kindle 4 Touch

Von den Abmessungen her ist der Kindle Touch leicht größer und rund 50g schwerer. Das nicht zuletzt wegen des größeren Akkus, der dafür sorgt, dass der Touch nun rund 2 Monate mit einer Akkuladung durchhält. Somit wiegt der Kindle Touch in etwas soviel wie der Trekstor Pyrus, bietet aber im Gegensatz zu diesem neben dem Touchdisplay noch WLAN und die Möglichkeit Musik und Hörbücher zu hören (auch über die eingebauten Lautsprecher) an.

Beim Kindle Touch ist — ebenso wie beim Kindle mit Tasten — die Rückseite des Gerätes gummiert. Damit liegt das Gerät auch dann sicher in der Hand, wenn es schräg oder gekippt gehalten wird.

Display

Beim Display handelt es sich um den gleiche 6″-eInk-Bildschirm, wie auch beim anderen Kindle. Das heisst, die Schrift lässt sich genauso gut ablesen und das Display spiegelt nicht. Das Touchdisplay funktioniert nach dem Infrarotprinzip. Das bedeutet, dass rings um das Display herum Infrarotsender und -empfänger angeordnet sind, die erkennen, wo sich der Finger gerade befindet. Wenn man genau hinschaut, sieht man im Gehäuse einen schmalen schwarzen, schätzungsweise 2 mm hohen, Streifen, hinter dem sich die Dioden verbergen. Das ist auch der Grund, weshalb das Display verhältnismäßig tief im Gehäuse sitzt. Die Infrarottechnik hat den Nachteil, dass Berührungen manchmal schon erkannt werden, bevor sie wirklich stattgefunden haben. Im normalen Betrieb merkt man davon aber so gut wie nichts, lediglich in der Sonne hatte ich es ein paar Mal, dass das Gerät noch eine Seite mehr weitergeblättert hat.

Bedienung

Die Bedienung des Kindle erfolgt für meine Begriffe intuitiv. Durch die Menüs wird mittels Tippen oder Wischen navigiert. Falls mal etwas eingegeben werden muss (z.B. um Anmerkungen zu schreiben oder um Adressen in den Bowser zu hacken) geschieht dies immer durch Tippen auf den Bildschirm. Dabei geht das Texteintippen sehr flüssig von der Hand. Um in Büchern zurück- oder weiterzublättern, tippt man entweder kurz auf die linke oder rechte Seite des Displays. Als Rechtshänder ist es bisweilen etwas schwierig zurückzublättern, wenn man das Gerät in der rechten Hand liegen hat. Linkshänder haben es da leichter, müssen zum Weiterblättern mit dem linken Daumen allerdings etwas weiter rüberlangen. Das Menü, die Einstellung der Schriftgröße und die Navigation ins Inhaltsverzeichnis ruft man durch antippen des oberen Bildschirmbereichs auf.

Übrigens funktioniert das von mir im Vergleich: Trekstor Pyrus mit Amazon Kindle 4 im Kindle Touch problemlos, wie ich auf folgendem Video zeige. So hätte ich mir das auch für den Tastenkindle gewünscht.

Wie man sieht, werden die virtuellen Seiten nun umgeschlagen, sobald man entweder links oder rechts auf das Display tippt. Der Bereich zum Weiterblättern ist erheblich größer, damit er auch für Linkshänder erreichbar ist.

Um den Text des Dokuments an die eigenen Vorlieben anzupassen, kann die Schrift in acht Stufen vergrößert oder verkleinert werden. Die Schriften lassen sich nur zwischen “Normal”, “Schmal” und “Sans Serif” wählen. Dafür kann die Zeilenhöhe und die Seitenbreite geändert werden. Letzteres gibt es auf dem Tastenkindle nicht, wenn ich mich recht entsinne.

Ansonsten unterstützt auch dieser Kindle direkt nur AZW, AZW3, TXT, PDF, Audible (AA & AAX), MP3, MOBI und PRC nativ. Das heisst, nur diese Formate können über das mitgelieferte – sehr lange – Micro-USB-Kabel übertragen werden. Wer die anderen Formate (HTML, DOC, DOCX, JPEG, GIF, PNG und BMP) nutzen möchte, muss sie per E-Mail ans Whispernet senden. Dort werden sie konvertiert und zurück per WLAN an den Kindle übertragen.

PDFs lesen

Wie eben geschrieben unterstützt der Kindle, wie eigentlich alle eBookreader auch, PDFs. Wer jetzt denkt: “Ha, endlich kann ich all meine über die Jahre gesammelten PDFs lesen”, dem sei gesagt: “Vergiss es!”. PDFs werden standardmäßig immer komplett angezeigt. Also so, wie auch im PDF-Reader auf dem heimischen Rechner. Damit ist die Schrift natürlich meist viel zu klein. Man kann die Seite zwar vergrößern, um darin umherzuscrollen, aber dann ist es nicht mehr möglich, zu blättern. Das geht erst wieder, nachdem die Seite verkleinert wurde. Spaß macht das nicht wirklich.

Zwischenfazit

topDer Kindle 4 Touch ist von den Proportionen her gelungen. Das Gerät liegt satt in der Hand und lässt sich sowohl im Hoch-, als auch im Querformat recht gut bedienen. Die fehlende Unterstützung fürs EPUB-Format kann man über Calibre “nachrüsten“.

Datenblatt aufrufen

2 Gedanken zu „Testbericht: Kindle Touch“

  1. Die getroffenen Feststellungen bezüglich des Kindle Touch decken sich mit meinen seit ein paar Tagen gemachten Erfahrungen mit dem Gerät. Bin mal gespannt, wie die anderen “Teile” abschneiden.

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  2. Mich hätte der Kindle sehr interessiert. Was dazu führte, dass ich mich gegen diesen reader entschieden habe: er lässt kein epub-format zu. Da unsere sehr gute Bücherei immer mehr ebooks zum Ausleihen eben in diesem Format anbietet und ich dieses Angebot natürlich gerne nutzen möchte ist der kindle diesbezüglich nutzlos für mich.

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