Leselampen für eBookreader

  • 25. Oktober 2012 - Aktualsiert am 28. Oktober 2016
  • von Michael
  • 6 Antworten

In rund einem Monat kommt der Kindle mit beleuchtetem Bildschirm auf den Markt und die Geräte von Kobo bzw. Cybook stehen auch schon vor der Tür. Dennoch hat bzw. möchte nicht jeder einen eReader mit diesem Feature. Trotzdem möchte vielleicht seinen eReader man hin- und wieder im Dunklen nutzen? Im Urlaub hatte ich dieses Verlangen auch, aber keine Lampe. Daher mir ein paar Leseleuchten kommen lassen und sie in den letzten Tagen ausprobiert. Getestet habe ich die Kandle II und Kandle Flex von Ozeri, sowie das LED-Leselicht von WEDO.

Ein wenig außer der Konkurrenz läuft die LED-Leselampe aus gleichem Haus, die sich weniger für eReader, sondern eher für große Bücher und als Beleuchtung von Noten eignen soll. Ich habe alle Lampen ausprobiert und schreibe meine Erfahrungen.

Letzte Aktualisierung: 28. Oktober 2016

Kandle Flex

Bei der Kandle Flex handelt es sich, wie es der Name schon andeutet, um eine Schwanenhalslampe. Ozeri Kandle Flex Dieser Hals ist 12 cm lang und kann sehr leicht in alle Richtungen gebogen werden. Die Lampe wird durch drei warmweiße LEDs befeuert. Der Schalter befindet sich am Lampenkopf und erlaubt es, die Helligkeit der Lampe in zwei Stufen einzustellen.

Ozeri Kandle Flex - mittlere Helligkeit

Ozeri Kandle Flex - volle Helligkeit

Ozeri Kandle Flex – volle Helligkeit

Um die Lampe am direkt Reader zu befestigen, wird sie einfach auf das Gehäuse geschoben. Dabei sitzt sie auf Geräten, die dicker als 7 mm sind, sehr fest. Durch die geringe Bautiefe an der Vorderseite des Gehäuses passt sie sehr gut an alle Reader, bei denen der Abstand der Gehäuseeinfassung zum Display ca. 2 cm beträgt. Das ist bei allen bisher von mir getesteten Geräten der Fall.

Ozeri Kandle Flex - seitliche Ansicht

Ozeri Kandle Flex – seitliche Ansicht

Ozeri Kandle Flex - seitliche Ansicht (mit Hülle)

Ozeri Kandle Flex – seitliche Ansicht (mit Hülle)

Schwieriger wird es, wenn der Reader in einer Hülle steckt. Die Lampe wird nicht wie die anderen Lampen mit einem Hebel festgeklammert, sondern es werden zwei Backen per Federn zusammengehalten. Das ist sehr platzsparend, sorgt aber auch dafür, dass das Befestigen der Lampe dann ziemlich fummelig ist. Es müssen nämlich beide Hände dafür benutzt werden. Mit der einen Hand werden die Backen auseinander gezogen und gehalten und mit der anderen die Lampe auf den Reader gesteckt. Je nachdem, wie dick der Reader + Hülle ist, bedarf es auch etwas stärkeren Drucks, um die Lampe auf den Reader zu schieben. Ich habe auch den Eindruck, dass es bei häufiger Anbringung zu Spuren auf den Hüllen kommen könnte. Bei meinen Tests war davon allerdings nicht zu sehen. Dennoch verkraftet die Lampe rund 2 cm Material (Reader + Hülle) zwischen ihren Backen.

Durch den Schwanenhals kann die Lampe so ausgerichet werden, dass die das Display optimal ausleuchtet, dabei aber weder in selbigem gespiegelt wird oder in die Augen leuchtet, falls man beim Lesen etwas noch oben schaut. Das kommt mir sehr entgegen. Die Kandle Flex bezieht ihren Strom aus zwei CR2032-Knopfzellen, die bereits im Gerät vorhanden sind. Ozeri Kandle Flex - Batteriefach Im Lieferumfang der in weiß, grau und schwarz erhältlichen Lampe befinden sich zwei weitere Knopfzellen, sowie ein kleiner Beutel, in der die Lampe ver Nichtgebrauch verstaut werden kann.

Kandle II

Im Gegensatz zur Flex handelt es sich bei der Kandle II um eine kompakte Lampe ohne Schwanenhals. Die warmweißen LEDs sorgen auch hier in zwei Stufen für Licht. Ozeri Kandle II - aufgeklappt Die Lampe wird auf den Reader geklemmt. Das geht bei Readern in Hüllen besser als bei der Kandle Flex, da die Lampe wie eine herkömmliche Klammer an das Gerät geklemmt wird. Leider sitzt die Kandle II ziemlich locker, wenn sie nur auf dem eReader befestigt werden soll. Das liegt daran, dass die Klammer zu groß ist und das Gehäuse zu weit über den Rand rutscht und dabei das Display ca. 1cm überdeckt. Ozeri Kandle II - Überstand Und um das zu verhindern, muss die Lampe weiter oben befestigt werden. Dann hat die Klammer auf der Rückseite aber nicht mehr genug Platz zum greifen, da bei den meisten Readern die Rückseite angeschrägt oder abgerundet ist. Hier mal die Lampe an der Rückseite des PocketBook 613: Ozeri Kandle II - Rückseite Wird die Lampe an einen Reader mit Hülle geklemmt, sitzt sie stabiler als ohne, da das Material der Hülle dafür sorgt, dass die Lampe zusätzlich was zum “Greifen” hat. Ozeri Kandle II - angeklipst an Reader (mit Hülle) Wird die Lampe dann im dunklen benutzt, leuchtet sie direkt von knapp oberhalb des Displays auf dieses hinab. Weil sich der ausgeklappte Kopf nochmal leicht schwenken lässt, kann man auch bei dieser Lampe dafür sorgen, dass sie nicht blendet. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass sie durch den spitzeren Winkel den Bildschirm nicht so optimal wie eine Schwanenhalslampe ausleuchtet.

Ozeri Kandle II - mittlere Helligkeit

Ozeri Kandle II – mittlere Helligkeit

Ozeri Kandle II - volle Helligkeit

Ozeri Kandle II – volle Helligkeit

Das ist kommt auf den Bildern leider nicht so gut zur Geltung. Ebenso wie auch die Kandle Flex erhält die Kandle II ihren Strom aus Knopfzellen. Oder besser, nur aus einer CR2032, die auch hier direkt im Gerät steckt. Und wie bei der Flex werden zwei weitere und ein kleiner Beutel mitgeliefert. Die Kandle II ist in weiß, grau und schwarz erhältlich und kostet rund 18,- €.

WEDO LED-Leselicht für eBook-Reader

Die Schwanenhalslampe von Wedo besitzt einen 16,6 cm langen Hals, mit dem sich die kaltweiße LED etwas schwerer als bei der Kandle Flex (aber nicht zu schwer) in die gewünschte Richtung biegen lässt.

WEDO LED-Leselicht für eBook-Reader

Die Lampe hat nur eine LED, die auch nur mit einer Helligkeit leuchtet. Das Gehäuse besteht aus spiegelndem Kunststoff. Das sieht zwar ganz gut aus, ist in der Praxis aber eher etwas störend, da die Lampe im Gehäuse spiegelt, wenn sie so weit umgeklappt wird, dass sie den Leser nicht ins Gesicht leuchtet. Hier wäre ein mattes Gehäuse besser. Die Lichtausbeute ist allerdings recht gut und durch den langen Hals kann die Lampe wirklich sehr gut positioniert werden.

WEDO LED-Leselicht für eBook-Reader - bei Nacht

Der Schalter der Lampe befindet sich direkt am Gehäuse, in dem sich auch die Batterie gefindet und welches ans sich am Gerät geklammert wird.

WEDO LED-Leselicht für eBook-Reader - Rückseite mit Batterie

Bei dieser Lampe ist wichtig, an welchem Reader sie eingesetzt werden soll, um zu beurteilen ob sie gut oder schlecht passt. Bei Readern bei denen das Display einen größeren Abstand zum Geräterand hat, kann sie gut angeklammert werden. Das ist beispielsweise beim Kindle Touch der Fall, dessen Display rund 2,5 cm vom Gehäuserand entfernt ist. Beim PocketBook 613, dessen Rand oben knapp 2 cm breit ist, passt sie schon nicht mehr und beim Sony sollte man es gar nicht in Betracht ziehen, wenn man nicht möchte, dass die Lampe übers Display ragt. Um sie dennoch an diesen Readern anzubringen, kann sie auch an die Unterseite geklemmt werden.

WEDO LED-Leselicht für eBook-Reader - angeklemmt an Reader

WEDO LED-Leselicht – angeklemmt an Reader

WEDO LED-Leselicht für eBook-Reader - angeklemmt an Reader mit Hülle

WEDO LED-Leselicht – angeklemmt an Reader mit Hülle

Auch beim Anklemmen an eine Hülle bin ich zwiegespalten. Die Lampe kann zwar an 1,9 cm dickes Material geklemmt werden, aber das gilt nur für die ersten paar Millimeter. Daher kann sie an Hüllen nicht bis zum Ende der Klammer reinschoben werden, was nur dafür sorgt, dass sie auch an einer Hülle (wie auf dem Bild oben) nicht fest sitzt. Wer eine Hülle allerdings so hält, dass die Vorderseite nach hinten umgeklappt und gehalten wird, kann die Lampe auch an diese Seite klemmen. Dann hält sie gut.

WEDO LED-Leselampe

Diese Lampe passt nicht so wirklich in diesen Test, da sie vom Hersteller nicht in erster Linie für eReader konzipert wurde. Das merkt man schon an der großen Klammer, die besser an dicke Bücher oder Notenständer passt.

WEDO LED-Leselampe

Die Lampe hat einen rund 20 cm langen Schwanenhals, um die beiden LEDs in alle Richtungen biegen zu können. Diese Lampe leuchtet wie die eBook-Lampe von WEDO aus kaltweißen LEDs. Der Schalter befindet sich am Lampenkopf und kann die LEDs in zwei Helligkeiten schalten.Ihren Strom bekommt die Lampe aus drei AAA-Batterien, die mitgeliefert werden.

WEDO LED-Leselampe - Rückseite

Da die Lampe unter anderem als Notenständerlampe angeboten wird, habe ich mir fachkundigen Rat von meinem Onkel eingeholt, der Berufsmusiker am Geraer Theater ist.

WEDO LED-Leselampe - am Notenständer

Wie man am Bild sehen kann, ist es mit dieser Lampe nicht möglich, die Noten so auszuleuchten, dass auch die Ecken beleuchtet sind. Für den Heimgebrauch ist die Lampe als Notenbeleuchtung solange ok, wie man noch eine zweite Lampe im Zimmer eingeschaltet hat oder nur ein einzelnes Notenblatt beleuchten muss. Werden es mehr, reicht die Helligkeit für diesen Zweck nicht mehr aus.

Ich habe die Lampe allerdings an einen meiner beiden Monitore geklemmt, um auch bei Nacht etwas auf dem Schreibtisch zu sehen, wenn ich nicht die Schreibtischlampe eingeschaltet habe.

WEDO LED-Leselampe - am Monitor

Die kaltweiße Beleuchtung stört mich im Übrigen nicht, da meine normale Schreibtischlampe auch mit Tageslichtlampen betrieben wird. Die Farbtemperatur ist den kaltweißen LED ähnlich. Die WEDO LED-Leselampe gibts in weiß, schwarz und anthrazit.

Tabellarischer Vergleich

ModellKandle FlexKandle IIWEDO LeselichtWEDO Leselampe
Lichtfarbewarmweißwarmweißkaltweißkaltweiß
Helligkeitsstufen2212
Batterie2x CR20321x CR20321x AAA3x AAA
Preis15 €16 €11 €10 €

Fazit

Die perfekte Leselampe habe ich in diesem Test nicht gefunden. Zu stark hängt die Entscheidung von verschiedenen Faktoren ab. Da ist zunächst das Gerät selbst und ob es mit oder ohne Hülle genutzt wird. Bei nackten Geräten passt die Kandle Flex am Besten, da sie sich mit einer Hand am Gerät befestigen lässt. Steckt der Reader in einer Hülle ist die Kandle II besser, da sie sich leichter besser anklipsen lässt.

Wer dagegen  eine Leselampe sucht, weil er im Bett lesen und den Partner nicht stören möchte, sollte sich von Schwanenhalslampen fernhalten. Diese verteilen aufgrund ihrer Bauweise das Licht im ganzen Zimmer. Denn je weiter sich die Lichtquelle vom Bildschirm befindet, desto mehr Umgebung wird ausgeleuchtet. Bei der Kandle II wird wirklich nur der Reader beleuchtet und alles, was sich unterhalb dessen befindet. Wer auf den Preis achten muss, oder lieber zu einer Lampe mit Standardbatterien bzw. -akkus greifen möchte, wird sich für das LED-Leselicht von WEDO entscheiden. Dieses strahlt sein Licht allerdings in kaltweiß aus, was gemeinhin als blau empfungen wird. Beim Lesen selbst fällt das aber nach einiger Zeit nicht mehr auf. Sehr schön fand ich bei allen Lampen, dass die Batterien bereits mitgeliefert werden. So kann das Lesevergnügen bei Dunkelheit gleich nach dem Auspacken beginnen. Aus ökologischer Sicht ist die Möglichkeit bei den WEDO-Lampen Akkus zu benutzen natürlich zu begrüßen. Wer diese mit den Eneloop-Akkus von Sanyo bestückt, braucht sie auch nicht so oft aufzuladen, da diese Akkus keinen Saft durch bloßes Herumliegen verlieren.


Weitersagen & Unterstützen: Facebook | Google+ | Twitter
Michael SonntagMichael Sonntag beschäftigt sich mit allem, was mit dem Lesen ohne Papier als Trägermaterial zu tun hat. Also mit eBook-Readern, Tablets und dem ganzen Drumherum.
* = Partnerlinks

Anzeige

6 Kommentare

Trackback  •  Kommentarfeed

  1. Ulrich K. sagt:

    Da der Kindle Paperwhite sicher noch lange auf sich warten lässt, habe ich mich auch auf die Suche nach einer optimalen Beleuchtung gemacht. Dabei bin ich auf das “EasyACC Light Panel” gestoßen, den es bei Amazon gibt. Auf der Verpackung steht “Designet for amazon kindle”. In der Tat dachte ich, ich hätte schon einen Paperwhite, da die blendfreie Abstrahlung sehr flach ist und das Display optimal beleuchtet wird. Es sind keine Batterien erfoerderlich, das der 800mA Akku über eine beigelegtes USB-Kabel aufgeladen wird.
    Eine absolute Kaufempfehlung die den Erwerb des Paperwhite vielleicht sogar erübrigt.

  2. Wolfgang B. sagt:

    Hi, Michael!
    Hab mir auf Grund deines super Berichtes ein PB613 gekauft und finde deine Anleitungen einfach klasse!
    Danke!

  3. Karin sagt:

    Hi Michael,
    ich werde mir ebenfalls aufgrund Deiner Berichte, die im übrigen prima und auch für Laien verständlich geschrieben sind, das Pocketbook 613 kaufen. Endlich mal ein Bericht, bei dem ich das Gefühl habe, dass dieser wirklich von einer Privatperson geschrieben wurde und m.E. die Vor- und Nachteile subjektiv behandelt werden. Danke für die Kaufentscheidung :-) !

    LG
    Karin

  4. Edwin Schäfer sagt:

    Hallo,
    suche gerade einen eBookreader, da bin ich auf diese Seiten gestoßen. (Beleuchtung ist für mich auch ein Thema)

    Geräte (nicht nur eBookreader-Lampen) mit sogenannten Knopf-Zellen sind aus Umweltsicht ein absolutes “no go”. Solche Geräte würde ich hier noch nicht einmal erwähnen und konsequent boykottieren, bis auch der letzte Hersteller kapiert hat, keine Geräte mit diesen Knopfzellen anzubieten.

    Am sinnvollsten erachte ich immer noch die Möglichkeit die en Eneloop-Akkus zu nutzen. Dies mache ich konsequent bei meiner Digitalkamera und bei meinem mp3-Player. Und würde dies auch am liebsten bei bei meinem eBookreader und bei der entsprechenden Lampe tun.

    Schauern wir mal.

    Glückauf,
    Edwin

  5. Hendrik sagt:

    Löbliches Unterfangen, aber leider mit mauem Ergebnis.

    Knopfzellen NoGo sehe ich auch so. Schwanenhals muß sein, um eine halbwegs gleichmäßige Ausleuchtung hinzubekommen. Wenn man dann einen Sony T2 sein eigen nennt, ist wegen der Größe der Klammern, Ende Gelände. Mist …

    Willst du nicht noch mal einen Test II mit aktuellen, neuen Leuchten machen ;-)

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hoch