Mit dem Kindle Touch im Urlaub

  • 31. August 2012 - Aktualsiert am 28. Oktober 2016
  • von Michael
  • 4 Antworten

Im August war ich mehrere Wochen unterwegs und hatte natürlich meinen Kindle Touch mit. Ich möchte mal ein wenig von meinen Erfahrungen berichten.

Erfahrungen mit dem Gerät

Da der Stromverbrauch der aktuellen, Digital- oder e-Ink-Reader nicht wirklich eine Rolle spielt, hatte ich den Kindle vor Reiseantritt noch einmal voll aufgeladen. In diesem Zustand soll der Kindle Touch rund einen Monat halten, wenn man täglich eine halbe Stunde liest und das WLAN abgeschaltet hat. Ich kann zumindest bestätigen, dass er nach rund 12 Tagen noch ca. ein Drittel seiner Ladung hatte obwohl ich fast jeden Tag länger als eine halbe Stunde gelesen und sogar hin und wieder das WLAN benutzt habe.

Um zu verhindern, dass in die Anschlüsse Dreck rein kommt, habe ich sie vorher mit ganz normalem Klebeband zugeklebt:

Kindle Touch - abgeklebte Anschluesse

Das hat gut funktioniert, mir nur die Möglichkeit genommen, den Kindle zwischendrin mal aufladen zu können. Das war zwar letztlich nicht notwendig, aber wer länger unterwegs ist, sollte dran denken, Klebebank mitzunehmen.

Obwohl im Kindle eingestellt ist, dass er nur alle sechs Seiten einen kompletten Refresh der Seite machen soll, wird diese Einstellung bei höheren Temperaturen außer Kraft gesetzt. Ab (ich schätze einfach mal) rund 25°C Außentemperatur wird die Seite bei jedem Blättervorgang komplett neu aufgefrischt. Das sorgt für einen erhöhten Stromverbrauch, aber möglicherweise auch dafür, dass es nicht zu Darstellungsfehlern kommt. Sinkt die Temperatur wieder, wird wieder nur alle sechs Seiten neu refresht.

Ich hatte mir im Vorfeld einige Bücher besorgt, die mir dann so sehr gefallen haben, dass ich unbedingt noch andere Bücher von den entsprechenden Autoren lesen wollte. In dieser Beziehung konnte ich — dank Zeltplatz-WLAN — die entsprechenden Bücher per Amazon problemlos nachordern. Meine Mitreisenden, die nur ein oder zwei Papierbücher mitgenommen hatten, schauten nach dem Ende des Buches in die Röhre.

Erfahrungen mit dem Zubehör

Wie oben auf dem Bild zu sehen ist, habe ich mich für die ganz einfache Hülle (aus diesem Test) für den Kindle entschieden. Das war im Nachhinein gesehen vielleicht nicht die beste Wahl.

Ich vermute, dass das Material bei hohen Temperaturen (wir hatten durchschnittlich 35°C am Tag) auf die Rückseite des Gerätes abfärbt.

Kindle Touch - abgefärbte Stellen auf der Rückseite

Normalerweise sieht man die Rückseite nicht, wenn sie in der Hülle steckt, ärgerlich ist es trotzdem. Ich habe vergeblich versucht, die Flecken mit Spiritus zu entfernen.

Das doch recht empfindliche Display ist kratzerlos geblieben, dafür muss sich unter die seitliche Abdeckung des Gehäuses ein größeres Dreckkorn geschlichen haben, was zusätzlich einen hässlichen Kratzer verursacht hat:

Kindle Touch - Kratzer

Trotzdem hat mir die Hülle ihren Dienst erwiesen, denn einmal hatte ich den Reader auf dem kroatischen Uferfelsen abgelegt und ungeschickt wieder hochgenommen. Das Resultat war diese heftige Beschädigung an der Hülle:

Kindle Touch - beschädigte Hülle

Wäre das die originale Amazonhülle gewesen, hätte ich mich vermutlich mehr über die Beschädigungen geärgert.

Andrerseits habe ich die Lampe der Amazonhülle oft vermisst, sodass ich drüber nachdenke, sie mir doch noch zu besorgen. Gerade unterwegs, wenn abends die Sonne schon untergegangen war das Umgebungslicht oft nicht ausreichend, um die spannenden Bücher weiterzulesen.

Fazit

Für den Urlaub ist der Kindle (oder ein anderer eBook-Reader) bestens geeignet. Wer Zugriff auf ein WLAN hat (oder den Kindle Touch mit 3G), kann sich auch von unterwegs mit neuem Lesestoff versorgen. Wer in heiße Gegenden fährt, sollte vielleicht keine Billighülle mitnehmen, die ihre Inhaltsstoffe in die Rückseite des Geräts sickern lässt. Eine Leselampe (direkt in der Hülle integriert oder einzeln) fürs Lesen im Dunkeln ist sehr hilfreich.

Gelesene Bücher

Bei dieser Gelegenheit möchte ich ein paar der Bücher vorstellen, die mich in den Bann gezogen haben.

Sonnenfinsternis: Kriminalroman
Der Zürcher Privatermittler van Gogh soll einen verschwundenen Bosnier suchen. Nachdem dieser nach ein paar Wochen aus dem Zürichsee gefischt wird ist dieser Fall zunächst zuende. Nach ein paar Monaten allerdings wird er erneut beauftragt, den oder die Mörder zu finden.

Anfangs habe ich mich etwas schwer getan, einen Zugang zur Geschichte zu finden. Aber mit der Zeit hat sie mit einfach nur gepackt. Der Roman ist mit rund 500 normalen Seiten schön lang und sehr spannend geschrieben. Manchmal ist er etwas brutal, was mich allerdings nicht weiter gestört hat, da er m.E. so authentischer wurde.

Leider hat Daniel Moor keine weiteren Bücher geschrieben, sodass ich mit den Büchern von Jürgen Benvenuti weitermachen musste.

Harter Stoff. Ein Wiener Kriminalroman
Dieser Krimi wird aus der Ich-Perspektive eines desillionierten Ex-Junkies erzählt, der vom Lebensgefährten seiner Ex-Freundin beauftragt wird, diese aufzufinden, nachdem sie in die Wiener Drogenszene entfleucht ist.

Auch dieser Roman ist locker, flockig und spannend geschrieben und liest sich in einem Rutsch weg. Schade, dass er mit rund 100 normalen Seiten relativ kurz war. Im Gegensatz zu Daniel Moor gibt es von Jürgen Benvenuti aber noch ein paar Romane mehr für den Kindle.

Federleicht. Sieben kurze Texte
Ein paar Kurzgeschichten von Jürgen Benvenuti, die zeigen, was er sonst noch drauf hat.

Das Leben ist scheiße, aber schön.
Eine Kurzgeschichtensammlung von Daniel Morawek. Sie enthält längere und kürzere Geschichten, die sich alle mehr oder weniger voneinander unterscheiden. Gut geschrieben.

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Michael SonntagMichael Sonntag beschäftigt sich mit allem, was mit dem Lesen ohne Papier als Trägermaterial zu tun hat. Also mit eBook-Readern, Tablets und dem ganzen Drumherum.
* = Partnerlinks

4 Kommentare

Trackback  •  Kommentarfeed

  1. Toller Bericht über ein tollen eBook Reader. Da ich morgen auch in den Urlaub fliege – nach Spanien – bin ich auch auf das Ergebnis gespannt. Ich habe mir meinen Kindle im Frühling in diesem Jahr gekauft und kann ihn so das erste Mal richtig testen im Urlaub.

  2. Rosa sagt:

    Hallo Michael,

    auch ich war gerade in Kroatien, mit meinem neuen Kindle, und kann das was du schreibts nur bestätigen. Meine Strandnachbarn kämpften beim Lesen gegen den Wind, ich konnte ihn genießen.
    Echt toll, wenn man so viele Bücher mitnehmen kann wie man will, und sie nicht tragen muss. Ich musste ihn gar nicht aufladen, obwohl ich 10 Tage tgl. mindestens 6 Stunden gelesen habe. Da der Kindle den selben Netzstecker benötigt wie mein Samsung-Handy, kann ich ihn auch mal schnell im Auto anstecken, wirklich praktisch.

    Aja und ich hab noch ganz schnell kontrolliert: Ich habe eine Lederhülle von Belkin um 30,- Euro, mein Kindle sieht immer noch aus wie neu, nix abgefärbt, keine Kratzer!

  3. Martin sagt:

    Hallo! Ich wollte nur Anmerken, dass die Hülle die du benutzt hast nach ca. 2 Wochen bei mir auch abgefärbt hat. Und ich befand mich nichtmal in wirklicher Hitze. Leider habe ich erst zu spät im Internet gelesen, dass dieses Problem bei dieser Hülle wohl sehr oft besteht. :/

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