Testbericht: PocketBook Inkpad 3 Pro

  • von Michael
  • Lesedauer: ~ 6 min
  • 10 Antworten




Der PocketBook Inkpad 3 ist nun seit rund anderthalb Jahren auf dem Markt und als Achtzöller sehr beliebt. Das Einzige, was ihm im Unterschied zur Konkurrenz bisher noch fehlte, war ein Wasserschutz. PocketBook hat auf die Kunden gehört und liefert ihn nun mit dem Inkpad 3 Pro nach.

PocketBook Inkpad 3 Pro

PocketBook Inkpad 3 Pro

Weil sich beide Geräte (Inkpad 3 und Inkpad 3 Pro) sehr ähneln, gehe ich im folgenden nur mehr auf die Unterschiede ein. Wer es ausführlicher mag, kann sich gern den Test zum Inkpad 3 durchlesen.

Gehäuse, Design und Technik

Der neue Pro unterscheidet sich auf den ersten Blick vom Inkpad 3 nur durch eine neue Farbkombination. Das Gehäuse ist jetzt in einer Farbkombination aus grauem Gehäuse mit abgesetzter schwarzer Front erhältlich. Diese Farbkombination gibt es schon beim kleineren Touch HD 3, sodass beide Geräte nebeneinander wie unterschiedlich große Geschwister wirken. Und in der Tat unterscheiden sie sich technisch auch nur durch die Bildschirmgröße.

Im Vergleich zum Inkpad 3 ist der sichtbarste Unterschied des Pro neben der Gehäusefarbe der fehlende Einschub für eine Speicherkarte. Weil er wasserdicht ist und dies in dieser Form nicht mit einer externen Speicherkarte funktioniert, hat PocketBook sie kurzerhand weggelassen.

PocketBook Inkpad 3 Pro (Powerknopf unter Micro-USB-Anschluss)

PocketBook Inkpad 3 Pro (Powerknopf unter Micro-USB-Anschluss)

Ja, ich weiß, dass andere eReader, vor allem der erste Kobo Aura H20 wasserdicht war, aber dennoch einen Einschub für eine externe Speicherkarte besaß. Der Unterschied zu diesem Gerät liegt in einem anderen Konzept des Wasserschutzes. Das Gehäuse des Aura H2O war komplett abgedichtet und der Einschub für die Speicherkarte befand sich unter einer Gummiklappe. Damit war er geschützt, falls das Gerät ins Wasser getaucht wurde.

Bei allen anderen wasserdichten Readern (bis auf den PocketBook Aqua) sorgt nicht mehr das Gehäuse selbst für den Wasserschutz, sondern er ist auf die Platine, deren Anschlüsse und das Display aufgetragen. Hier darf Wasser ins Gehäuse rein- und auch wieder rauslaufen. Eine Speicherkarte würde hier einen Kurzschluss auf der Platine verursachen, denn natürlich müsste der Wasserschutz im Speicherkarteneinschub unterbrochen sein, damit die Speicherkarte überhaupt eingelesen werden kann. Und weil das nicht geht, unterstützen diese Reader also keinen externen Speicher mehr. Es wäre übrigens auch eine ganz schlechte Idee, den per Ladekabel verbundenen eReader mit in die Badewanne zu nehmen. Denn auch hier droht ein elektrischer Schlag.

Mehr Speicherplatz für Musik und Hörbücher

Durch den Wasserschutz bedingt, hat der Neue also keinen externen Speicher mehr, dafür wurde aber der interne Speicher auf 16 GB verdoppelt. Nach Abzug fürs Betriebssystem des Gerätes bleiben immer noch knapp 14 GB für eBooks, Wörterbücher, Stimmen für die Vorlesefunktion, Musik und Hörbücher. Letztere lassen sich nun über Bluetoothgeräte (Kopfhörer, Lautsprecher oder im Auto) wiedergeben. Das funktioniert recht gut, wie bei Bluetooth üblich lässt sich auch die Lautstärke über den Reader ändern. Dabei übersteuert der Reader die Ausgabe auch nicht, wie die Amazongeräte.

In den Bluetootheinstellungen kann der Reader übrigens für andere Geräte sichtbar gemacht werden. Meine Hoffnung war, dass es damit möglich ist, den Reader mit einem anderen Smartphone oder Tablet zu koppeln, um dann Dateien austauschen zu können. Leider bestätigte sich diese Vermutung nicht, weil der Inkpad 3 Pro andere Bluetoothgeräte immer als Audioausgabegerät verbinden möchte. Funktioniert das nicht, wird eine Fehlermeldung angezeigt. Dabei wäre das eine klasse Möglichkeit, eBooks oder Musik auch von diesem Geräten zu empfangen, ohne sich in einem WLAN-Netz befinden zu müssen.

Die Titelinformationen der gespielten Stücke werden an das Bluetoothgerät übertragen, was hilfreich ist, wenn der Inkpad 3 Pro mit einem Autoradio oder einer Stereoanlage verbunden wird. Musik oder Hörbücher lassen sich auch im Hintergrund abspielen, allerdings sorgt eine Inkonsistenz in der Bedienung für Verwirrung. Sobald aus einer der Apps heraus über das “Haus”-Symbol links oben auf die Startseite gewechselt wird, um beispielsweise ein Buch zu öffnen, wird der jeweilige Player beendet. Wird stattdessen die Hometaste unterhalb des Bildschirms benutzt, bleibt der Player im Hintergrund geöffnet.

Wer kein bluetoothfähiges Gerät hat, kann Musik und Hörbücher aber auch über den mitgelieferten Audioadapter anhören, der einen 3,5-mm-Klinkenanschluss bietet.

PocketBook Inkpad 3 Pro mit Einschubhülle und Audioadapter

PocketBook Inkpad 3 Pro mit Einschubhülle und Audioadapter

Im Lieferumfang des Inkpad 3 Pros befindet sich neben dem Gerät, dem USB-Kabel, dem Audioadapter zusätzlich noch eine schwarze, recht stabile Einschubhülle, in die der Reader gesteckt werden kann, wenn er nicht benutzt wird. Sie schaltet des Reader auch in den Standby, wenn er eingeschoben wird. Sie ist sie perfekt für alle, die den Reader beim Lesen ohne buchartige Hülle nutzen möchten.

Wird der PocketBook Inkpad 3 Pro so in die Hülle geschoben, schaltet diese den Reader in den Standbymodus

Wird der PocketBook Inkpad 3 Pro so in die Hülle geschoben, schaltet diese den Reader in den Standbymodus

Die Hülle ist im Großen und Ganzen gut verarbeitet, mein Exemplar hat an der unteren Kante leider unschöne weiße Streifen. Dennoch erfüllt sie ihren Zweck recht gut und ich wünsche mir eine derartige Hülle auch als künftige Standardausführung bei anderen PocketBook-Readern.

Bildschirm

Der Inkpad 3 Pro verwendet den gleichen 7,8-Zoll-Bildschirm, den PocketBook auch schon im Inkpad 3 verwendet. Er ist also nicht besser oder schlechter als dieser.

Im täglichen Umgang

Ein paar Dinge hat PocketBook an der Firmware des Inkpad 3 ( und demzufolge auch an der des Inkpad 3 Pro) verbessert, seit ich den Testbericht zum Inkpad 3 geschrieben habe. Aktuell ist Firmware 5.20.x, die auf dem Inkpad 3 Pro bereits vorinstalliert ist.

So lassen sich beispielsweise die Tasten noch etwas besser anzupassen. Die Hometaste kann beispielsweise so konfiguiert werden, dass ein Druck darauf direkt in die Bibliothek springt. Die Startseite ist dann nach wie vor über das Haussymbol über die Oberfläche erreichbar. Im Buch selbst kann die Touchfähigkeit des  Bildschirm mit zweifachem Drücken der Menütaste ein- und ausgeschaltet werden. Nie wieder weiterblättern, beim Krümel wegwischen. ;) Notizen lassen sich nun auch exportieren, um sie am PC weiterzuverarbeiten. Das vereinfacht besonders das Arbeiten mit Fachbüchern.

Was PocketBook bisher nicht verbessert hat, ist die Zweispaltigkeit im Querformat. Solange die Schriftgröße auf 6 bzw 7 pt eingestellt ist, wird die Seite zweispaltig angezeigt, aber mit der nächsten Schriftgröße schon nicht mehr. Dass Zweispaltigkeit auch mit größeren Schriftgraden funktioniert, zeigt der Cool Reader, der inzwischen wieder einwandfrei auf dem Inkpad 3 (und auch Pro) funktioniert. Hierzu wünsche ich mir eine offizielle Einstellmöglichkeit in der PocketBooksoftware.

Zwei Spalten im Querformat mit dem Cool Reader auf dem Inkpad 3 Proauf dem I

Zwei Spalten im Querformat mit dem Cool Reader auf dem Inkpad 3 Proauf dem I

Wie übrigens auch für den Blocksatz, der schon lange zugesagt war. Bislang wird Blocksatz nämlich nur dann als solcher angezeigt, wenn er im Buch so verankert ist. Linksbündiger Text lässt sich bisher leider nicht umstellen.

Zusammenfassung

Das könnte für den PocketBook InkPad 3 Pro sprechen

  • Beleuchteter 300-ppi-Bildschirm mit Nachtlichtfunktion
  • Automatische Änderung der Ausrichtung
  • Rund 14 GB nutzbarer Speicher
  • Weiterblättern per Tasten oder Touch
  • Licht per Taste ein- und ausschaltbar
  • Tastenbelegung lässt sich ändern
  • Wischgesten zum Ändern der Helligkeit und Farbtemperatur
  • Umfangreiche Verwaltung von eBooks in Ordnern, Sammlungen, Genres, Favoriten, Serien
  • Kann eBooks vorlesen
  • Musik- und Hörbuchplayer vorhanden
  • Audioausgabe via Bluetooth oder Klinke
  • eBooks können via Dropbox aufs Gerät geladen werden
  • Unterstützung für eBooks aus der Onleihe
  • Wasserdicht
  • Große Darstellung der Benutzeroberfläche
  • Einfache Hülle wird mitgeliefert
  • Wasserdicht für

Das könnte gegen den PocketBook InkPad 3 Pro sprechen

  • Bei angeschlossenem Audioadapter lässt sich der Reader nicht aufladen
  • Keine externe Speicherkarte

Preise und Bezugsquelle

Fazit

Mit dem Wasserschutz und der Bluetoothunterstützung bringt PocketBook ein gelungens Update zum Inkpad 3. Dass dieses Update den Reader um ~ 50 € verteuert, nunja, das ist eben so. Dafür gibt´s ein exklusives Farbdesign und eine Hülle dazu.

Die Software ist, wie von PocketBook gewohnt, sehr umfangreich und bietet fast alles, was sich das Vielleserherz nur wünschen kann. Die vielen Möglichkeiten wirken bisweilen erschlagend und es dauert in der Regel auch eine Weile, bis man sich in den Tiefen der Konfiguration zurecht findet. Dann aber bekommt man einen zuverlässigen Reader, der auch mit optionaler Lesesoftware funktioniert.

270 € sind natürlich schon eine ganz schöne Ansage. Wer es sich leisten möchte, kann durchaus zuschlagen. Alle anderen bekommen fast das Gleiche mit dem Inkpad 3, der zudem noch ein paar Gramm weniger wiegt, dann aber keinen Wasserschutz und kein Bluetooth hat und nur in braun und schwarz erhältlich ist.

Datenblatt anschauen


Wirst du dir den PocketBook Inkpad 3 Pro zulegen?


Update vom 26.11.2019

In der ersten Fassung dieses Tests habe ich geschrieben, dass die mitgelieferte Einschubhülle den Reader nicht abschaltet. Das stimmte nicht und ich hätte es auch bemerkt, wenn ich das Hinweisblättchen in der Verpackung gelesen hätte. Ich habe den Text oben korrigiert und das Bild mit dem Reader in der Hülle ausgetauscht. Es zeigt nun, wie der Reader in die Hülle muss, damit er abgeschaltet wird.


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Michael SonntagMichael Sonntag beschäftigt sich mit allem, was mit dem Lesen ohne Papier als Trägermaterial zu tun hat. Also mit eBook-Readern, Tablets und dem ganzen Drumherum.

10 Kommentare

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  1. Werner sagt:

    Datenübertragung per Bluetooth ist viel zu langsam

  2. Forkosigan sagt:

    “Meine Hoffnung war, dass es damit möglich ist, den Reader mit einem anderen Smartphone oder Tablet zu koppeln, um dann Dateien austauschen zu können. Leider bestätigte sich diese Vermutung nicht, weil der Inkpad 3 Pro andere Bluetoothgeräte immer als Audioausgabegerät verbinden möchte. Funktioniert das nicht, wird eine Fehlermeldung angezeigt. Dabei wäre das eine klasse Möglichkeit, eBooks oder Musik auch von diesem Geräten zu empfangen, ohne sich in einem WLAN-Netz befinden zu müssen.”

    Kommt noch ;)

  3. werner sagt:

    “Dabei wäre das eine klasse Möglichkeit, eBooks oder Musik auch von diesem Geräten zu empfangen, ohne sich in einem WLAN-Netz befinden zu müssen.”

    Ich habe immer mein Smartphone bei mir – und da ist das WLan Netz “eingebaut”

  4. Charlie sagt:

    Der Hinweis auf einem möglichen Stromschlag beim aufladen des Readers in der Badewanne ist nicht korrekt. Mit nur 5V Gleichstrom vom Ladegerät wird einem nichts passieren. Aber es wäre dennoch dämlich! ;-)

    Bei den Pocketbooks bin ich leider immer noch nicht überzeugt von der Software. Das haben die Leute bei Kobo einfach besser drauf.

    • Forkosigan sagt:

      Jeder setzt eigene Prioritäten. In machen Sachen ist die Software von Kobo sicherliche besser, in anderen Sachen hat die Software von Pocketbook Vorteile.

      • Charlie sagt:

        Die Kobo-Software ist zum Lesen einfach besser, dafür ist das vom PocketBook vielfältiger. Ich bin aber über beide und weitere Anbieter froh, denn das schlmmste wäre eine Kindle-Monokultur

  5. Marie sagt:

    Vielen Dank für den ausführlichen und guten Bericht Michael! :-)
    Ich bin am Überlegen, ob ich mir den Inkpad Pro zulege wg. des Wasserschutzes.
    Ich habe bereits den Inkpad 3 und bin sehr zufrieden damit.

    VG, Marie

    • Michael sagt:

      Wenn du oft in der Badewanne liest und/oder du den Wasserschutz unbedingt brauchst, dann ja. Ein paar Spritzer sollte aber auch das Nicht-Pro-Modell aushalten. Was ich auch schon mal in einem anderen Test geschrieben hatte ist, dass der Reader, nachdem er wieder aus dem Wasser geholt wird, trotzdem ein paar Stunden trocknen sollte. Bei meinem Gerät damals (ich glaube, es war der Touch HD 3), funktionierte direkt nach dem Tauchbad die Beleuchtung nicht mehr. Nach ein paar Trocknungsstunden war er wieder völlig in Ordnung.

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