Tipps für den entspannten Urlaub mit dem eReader

  • 11. Juni 2017 - Aktualsiert am 19. Juli 2017
  • von Michael
  • 1 Antwort

Einer der Hauptgründe, die immer wieder für einen eReader genannt werden, ist die massive Gewichtsersparnis auf Reisen. Statt kiloweise Lesestoff einzupacken, sorgt ein wenige Gramm leichtes Gerät für tage- und wochenlangen Lesespaß. Und damit der nicht plötzlich nachläßt, nachfolgend ein paar Tipps für die Reise.

eReader aufladen

Ein großer Vorteil, neben der guten Ablesbarkeit des Bildschirms, ist der recht geringe Akkuverbrauch der eReader. Während ein Smartphone oder Tablet nach spätestens zwei Tagen an die Steckdose muss, reicht eine Akkuladung bei einem eReader je nach Nutzung ein paar Wochen. Dennoch sollte jeder (nicht nur Gelegenheitsleser) vor der Reise nachschauen, ob der Akku des Gerätes noch voll ist und ihn im Zweifelsfalle aufladen. Nichts ist schlimmer, als im Flugzeug oder auf der Fähre mit einem leeren eReader da zu sitzen. ;)

Wer viele Geräte mitnimmt (das können mehrere Smartphones, Tablets und eReader sein), sollte statt vieler Ladegeräte so einen praktischen Multilader einpacken. Der belegt nur eine Steckdose, kann aber je nach Modell fünf bis sechs Geräte gleichzeitig (z.B. über Nacht) aufladen. USB-Kabel und ggf. Reiseadapter nicht vergessen!


Lesestoff besorgen

Der interne Speicher der eReader reicht in der Regel für hunderte Bücher aus. Diese sollten vor dem Urlaub den Weg auf den Reader finden, denn obwohl alle Geräte mittlerweile mit WLAN ausgestattet sind und sich so im Hotel oder Campingplatz mit dem bevorzugten Shop verbinden können, ist es nicht immer möglich, auch aus dem Ausland eBooks in deutschen Shops zu kaufen. Das liegt an der seltsamen Verkaufspolitik einiger Verlage, die deutschsprachige Bücher nur im deutschspachigen Raum verkaufen möchten. Leider lässt sich im Vorfeld nicht wirklich abschätzen, welche eBooks im Ausland gekauft werden dürfen und welche nicht, denn die Shops geben in der Regel keine Hinweise dazu.

Wenn generell unklar ist, ob es am Urlaubsort ein funktionierendes WLAN gibt, sollten die gewünschten eBooks vorher aus den Herstellerclouds auf das Gerät geladen werden. Die eBooks in der Cloud erkennt man in der Regel an einem kleinen Wolkensymbol (Tolino und PocketBook) oder daran, dass sie gar nicht auf dem Reader erscheinen (Kindle).

Wer Bücher aus der Onleihe lesen möchte, muss das Kopieren auf den Reader zeitlich so abstimmen, dass die Bücher erst kurz vor Antritt der Reise auf den Reader kopiert werden, damit sie während der Ausleihfrist komplett gelesen werden können. Die Bibliothek vor Ort kann Auskunft über die Leihdauer geben, in der Regel beträgt sie zwischen zwei und drei Wochen.


Lesen am Strand und in der Sonne?

eBook-Reader werden häufig fürs Lesen am Strand empfohlen. Grundsätzlich ist gegen diese Empfehlung nichts einzuwenden, wenn ein paar Dinge beachtet werden. EBook-Reader sind ja technische Geräte, die mehr oder weniger sensibel auf hohe Temperaturen reagieren. Und diese sind auch bei angenehmen Außentemperaturen schneller erreicht als gedacht.

Beispielsweise heizt direkte Sonneneinstrahlung den Bildschirm eines eReaders bei angenehmen 22°C Außentemperatur schnell auf über sechzig Grad auf. Damit macht es natürlich keine Freude mehr, auf das heiße Display zu tippen. Aber davon abgesehen gibt es auch Einschränkungen bei der Anzeige. Hohe Temperaturen sorgen nämlich für ein stärkeres Ghosting bzw. Verblassen der Schrift.

Beispiel für starkes Ghosting bei einem 60°C heißen Carta-E-Ink-Bildschirm

Die Hersteller gehen unterschiedlich damit um. Die Kindles beispielsweise schalten ab einer Oberflächentemperatur von rund fünfzig Grad automatisch auf den kompletten Seitenrefresh bei jedem Blättervorgang um. Das heißt, dass die Seite bei jedem Blättervorgang kurz schwarz aufblitzt. Das verbraucht etwas mehr Strom, aber nur so lässt sich die Qualität der Schriftdarstellung beibehalten. Alle anderen Geräte bleiben bei dem eingestellten Seitenrefresh, was allerdings nur bei den Geräten von PocketBook zu — im Falle des Touch HD zu teilweise extrem starken — Ghosting führt. Gerade hier wäre eine automatische Umschaltung von Vorteil.

Bei sehr hohen Außentemperaturen — und/oder direkter Sonneneinstrahlung — schalten sich die Geräte bisweilen ab. Dann lieber den Reader schnell ausschalten, in den Schatten legen, abkühlen lassen und stattdessen selbst ins Meer oder Pool hüpfen.

Merke: Am Besten im Schatten lesen, das ist gut fürs Gerät und wegen der geringeren Sonnenbrandgefahr auch besser für den Lesenden!

Schutz vor Sand, Staub und Wasser

Aktuelle eReader haben in der Regel keine großen Spaltmaße durch die sich Sandkörner ins Innere durchzwängen können. Einzig durch den USB-Anschluss oder den Einschub der externen Speicherkarte könnte Staub oder Sand ins Gerät gelangen. Diese Löcher lassen sich aber sehr gut und preisgünstig mit Klebeband abgedichten.

Staubschutz: Anschlüsse mit Klebeband abgeklebt

Wer auf der Luftmatratze im Pool oder Meer lesen möchte, kann auch einen wasserdichten eReader in Betracht ziehen. Wasserdichte Geräte gibt es derzeit von Kobo (Aura One und Aura H2O), PocketBook (Aqua 2) und Tolino (Vision 4 HD). Durch den Wasserschutz sind diese Geräte auch gegen Sand und Staub geschützt.

Etwas preiswerter als wasserdichte Reader sind Druckverschlussbeutel (Zip-Bags) oder spezielle wasserdichte Beutel. Diese preiswerten Lösungen haben aber einen entscheidenden Nachteil: Sie lassen den Bildschirm stärker spiegeln und verringern damit die Lesbarkeit, insbesondere in hellen Umgebungen. Und sie funktionieren nicht mit Geräten, deren Touchbildschirm per Infraroterkennung funktioniert. Ob der eigene Reader einen Bildschirm mit IR-Technologie hat, lässt sich leicht daran zu erkennen, dass der Bildschirm etwas tiefer im Gehäuse sitzt. Außerdem lassen sich diese Geräte mit allen fingerähnlichen Gegenständen bedienen.

Wer einen Kindle Paperwhite hat, ist fein raus, denn für diese gibt es ein spezielles wasserdichtes Gehäuse, das den Reader nicht nur gegen Wasser, sondern auch gegen Staub und Stöße schützt.

Wasserdichtes Gehäuse für Kindle Paperwhite

Generell aber gilt: Um den eReader vor Kratzern zu schützen, sollte er in einer Hülle stecken. Das kann für den Urlaub auch eine Preiswerte sein. Wichtig ist nur, dass sie auch einen Deckel hat, um den Bildschirm beim Transport im Koffer oder Reisetasche zu schützen.


Stromspartipps für geringeren Akkuverbrauch

Obwohl die eReader eine — im Vergleich zu Smartphone und Tablet — sehr lange Akkulaufzeit haben, gibt es dennoch immer Möglichkeiten, noch etwas mehr Strom einzusparen.

WLAN abschalten

Der größte Stromfresser bei eReadern ist die WLAN-Funktion. Ist diese aktiv, prüft der Reader alle paar Minuten, ob ein bekanntes Netzwerk in der Nähe ist und ob das Gerät automatisch mit neuen Inhalten synchronisiert werden soll. Das verbraucht kostbaren Strom, der besser in Blättervorgängen angelegt ist. Wer also unterwegs ist und nicht zwingend neue Bücher herunterladen oder im Netz surfen will, sollte WLAN komplett abschalten.

Beleuchtung ausschalten

Eine weitere Möglichkeit, etwas Strom zu sparen, ist die Beleuchtung tagsüber auszuschalten. Gegen taghelles Umgebungslicht kommt keine eingebaute Beleuchtung an. Bei einigen Geräten lässt sie sich nur herunterdrehen. Auch das spart etwas Strom ein. Auch die automatische Helligkeitssteuerung, die auf einigen Geräten vorhanden ist, sollte abgeschaltet werden. Denn auch sie verbraucht permanant Strom, um zu überprüfen, ob die Beleuchtung an oder ausgeschaltet werden soll.

Seltener Seitenrefresh

Die Geräte verbrauchen ja nur beim Blättervorgang Strom. Das liegt am Prinzip der verwendeten Technik, bei der — grob gesagt — beim Blättern schwarze gegen weiße Kügelchen ausgetauscht werden. Schwarze Kugeln bilden den Text, während die weißen für den Hintergrund zuständig sind. Je besser sich die weißen Kügelchen beim Blättern vor die Schwarzen schieben können, desto gleichmäßiger ist das Schriftbild. Wenn nicht, sieht man den Text der letzten Seite durchscheinen. Das nennt man Ghosting und um das zu minimieren, wird die komplette Seite bei den meisten Geräten nach ein paar Blättervorgängen einmal komplett auf Schwarz und danach auf Weiß zurückgesetzt. Das verbraucht natürlich etwas mehr Strom, als nur die benötigten Kügelchen auszutauschen.

Wenn es das Gerät zulässt, sollte der komplette Seitenfresh auf den größtmöglichen Wert gesetzt werden. Das kann aber auch dazu führen, dass die Schrift ausfranst. Also einfach schauen, mit welcher Auffrischungsfrequenz sich der eigene Anspruch an die Darstellungsqualität noch vereinen lässt.

eReader komplett abschalten

Die meisten Geräte schalten sich in den Standbymodus, wenn die Hülle zugeklappt oder der Powerknopf betätigt wird. Aus diesem Standbymodus heraus sind die eReader beim Einschalten oder Aufklappen der Hülle schnell wieder lesebereit. Allerdings verbraucht auch der Standbymodus etwas Strom. Deshalb lassen sich die meisten eReader komplett ausschalten. Bei einigen kann in den Einstellungen festgelegt werden, dass sie nach einer bestimmten Zeitspanne automatisch ausgeschaltet werden sollen, andere müssen explizit abgeschaltet werden. Einzig die Kindles — bis auf den Oasis —lassen sich nicht komplett ausschalten.


Schutz vor Langfingern

eReader sind als Luxusartikel natürlich auch für Langfinger interessant. Bei einem Diebstahl des eReaders bleiben grundsätzlich alle eBooks auf dem Gerät. Auch das Löschen aus der Ferne, wie das bei einigen Smartphones möglich ist, funktioniert — auch bei Amazon — nicht. Allerdings kann bei einigen Geräten schon im Vorfeld dafür sorgen, dass die eBooks geschützt sind und Langfinger keine Chance bekommen, die Bücher herunterzuladen, oder auf fremde Kosten im Shop einkaufen zu gehen.

Auf den Geräten von Amazon, Kobo und den Tolino lassen sich Gerätesperren einrichten. Das Prinzip ist das Gleiche wie bei der PIN auf dem Handy. Solange die richtige Ziffernkombination nicht eingegeben wurde, gelangt niemand auf die Oberfläche oder kann das Gerät mit dem PC verbinden. Und damit auch keine Bücher vom Gerät laden.

Die Reader von PocketBook haben keine PIN-Sperre, dafür lassen sich aber die Einstellungen mit einem Passwort versehen. Dort kann im Vorfeld festgelegt werden, dass sich das Gerät beim Verbinden mit dem PC nur auflädt, aber nicht als eigenes Laufwerk verbindet. Damit ist auch hier kein Rankommen an die Bücher möglich.

Die Geräte anderer Hersteller bieten leider keinen PIN- oder Passwortschutz an.

Ist es zu spät und der Reader wurde gestohlen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Dieb am Zugriff auf das eigene Konto zu hindern. Am Einfachsten haben es Kindlebesitzer. Diese melden das Gerät beim Support als gestohlen. Von dort aus wird der Reader dauerhaft für die Nutzung bei Amazon gesperrt. Er lässt sich dann nicht auch nicht mehr mit einem neuen Konto dort anmelden.

Besitzer anderer Geräte müssen die Passwörter ihrer Konten bei den verbundenen Shops nach einem Diebstahl ändern, um dem Dieb keinen Zugriff aufs eigene Konto zu ermöglichen. Besitzer eines Tolinos denken bitte auch an die ggf. verknüpften Accounts anderer Shops aus dem Tolinosystem, die mit dem Gerät verknüpft sind!


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Michael SonntagMichael Sonntag beschäftigt sich mit allem, was mit dem Lesen ohne Papier als Trägermaterial zu tun hat. Also mit eBook-Readern, Tablets und dem ganzen Drumherum.
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1 Kommentar

Trackback  •  Kommentarfeed

  1. Nadine sagt:

    Hallo,
    gute Tipps, danke.
    Eine Frage: würde es bei Tolino nicht einfach reichen das Adobe-Passwort zu ändern?
    LG

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