Sigil – ein Open Source-Editor für EPUB-Dokumente

  • 9. Januar 2013 - Aktualsiert am 30. Juli 2016
  • von Michael
  • 2 Antworten

Wer sich intensiver mit Calibre und eBooks befasst, wird im Laufe der Zeit auf eBooks stoßen, die formale Fehler aufweisen. Seien es Bindestriche, die da nicht hingehören oder festverdrahtete Fonts, die manchmal auch Calibre nicht rausbekommt. Oder es reift der Wunsch, selber mal ein eBook zu erstellen.

Derzeit ist der Markt an Programmen, die eBooks erstellen und bearbeiten können, noch recht überschaubar. Wer sich dafür interessiert, wird sicher über kurz oder lang bei Sigil landen.

sigil

Sigil ist ein sogenannter WYSIWYG-Editor, der es aber auch erlaubt, direkt am Quelltext des eBooks herumzuschauben. EPUB-Dokumente sind nämlich nichts anderes, als zusammengepackte Archive, die HTML- und CSS-Dateien, sowie Bilder und noch ein paar Steuerdateien (z.B. fürs Inhaltsverzeichnis) beinhalten. Wer sich mit HTML und CSS auskennt, findet sich so recht schnell zurecht.

Programmoberfläche

Die Oberfläche des Programms ist recht einfach zu verstehen. Links befindet sich der Buch-Browser, der die Struktur des Dokuments anzeigt. In der Mitte befindet sich das Editorfenster, welches zwischen Buch-Ansicht, Vorschau (mit eingebautem HTML-Inspektor) und Quelltext-Ansicht gewechselt werden kann. Rechts außen wird das Inhaltsverzeichnis des Dokuments angezeigt. Am unteren Bildschirmrand schließlich sitzt das Ausgabefenster für die Validierungswerkzeuge. Diese sorgen dafür, dass Fehler im Dokument erkannt und behoben werden können.

Suchen & Ersetzen

Sigil hat eine mächtige „Suchen & Ersetzen“-Funktion eingebaut, die auch reguläre Ausdrücke versteht.

sigil-suchen-und-ersetzen

Die Funktion wird nicht, wie in anderen Programmen üblich, als freischwebendes Fenster angezeigt, sondern sie klinkt sich unterhalb des Editorfensters ein. So ist es möglich, während der Suche nach einem Begriff oder Ausdruck jederzeit auch manuell einzugreifen. Das ist zum Beispiel dann sinnvoll, wenn das Suchergebnis visuell kontrolliert werden soll. Ersetzungen können wahlweise auf die aktuelle Auswahl oder die aktuelle Seite oder alle HTML-Seiten des Dokuments ausgeführt werden.

Verzeichnisse

sigil-inhaltsverzeichnis-erstellenNichts nervt mehr, als ein fehlendes Inhaltsverzeichnis. In Sigil gibts ein eigenes Werkzeug dafür, was anhand der im Dokument festgelegten Überschriften ein Inhaltsverzeichnis erstellt. Dabei kann definiert werden, wieviele Ebenen das Programm berücksichtigen soll. Es ist auch möglich, einzelne Überschriften aus dem Verzeichnis herauszunehmen.

Neben dem Inhaltsverzeichnis kann auch ein Stichwortverzeichnis erzeugt werden. Dazu werden die gewünschten Wörter entweder im Text markiert oder es wird eine Liste angelegt, die alle Vorkommnisse der darin enthaltenen Wörter zusammenzählt und verlinkt.

Clips – selbstdefinierte Formatvorlagen

Wer im Quelltextmodus arbeitet, wird die Clips zu schätzen lernen. Das können Formatvorlagen für Zeichen- oder Absatzformate sein, aber auch wiederkehrende Texte.

sigil-clips

Neben den Standardformaten wie H1, H2, H3 und H4 (für die Überschriften) oder P (für den Absatz) werden eine ganze Menge an Beispielclips mitgeliefert. Auch um zu zeigen, was mit den Clips möglich ist. Und damit die Übersicht nicht verloren geht, lassen sich die Clips in Kategorien sortieren. Aufrufen lassen sie sich über das Kontextmenü des Editors, üblicherweise nachdem der entsprechende Text markiert wurde. Obwohl sie auch im WYSIWYG-Modus aufrufbar sind, funktionieren sie aber offenbar nur im Quellcode-Modus.

Fazit

Mit Sigil ist es sehr einfach, sich mit dem EPUB-Format vertraut zu machen. Wer HTML versteht, hat damit hervorragende Möglichkeiten, eBooks anzupassen oder zu erstellen. Das Programm läuft trotz der niedrigen Versionsnummer sehr stabil und bietet einige Werkzeuge, die das Arbeiten sehr komfortabel machen.

Sigil ist Open Source und hat eine überwiegend deutsche Oberfläche. Es gibt eine recht umfangreiche Dokumentation, die allerdings auf englisch ist. Das Programm läuft unter Windows und OSX. Für Windows gibts auch eine 64 Bit-Version und bei Portable Apps auch eine für den USB-Stick.

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Michael SonntagMichael Sonntag beschäftigt sich mit allem, was mit dem Lesen ohne Papier als Trägermaterial zu tun hat. Also mit eBook-Readern, Tablets und dem ganzen Drumherum.
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2 Kommentare

Trackback  •  Kommentarfeed

  1. Markus sagt:

    Eine Linuxversion ist auch vorhanden.

    • Hartmut sagt:

      Ich habe ein e-Book geschrieben und will es nun Versandfertig machen. Wie kann ich Titelblatt „fein“ machen und die Buchform herstellen. kannst Du mir helfen.
      Ich habe aus Google Gesundheitsberichte verwendet ist das Strafbar! Dnke und Gruß Hartmut21 „hari-lau@web.de“a

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