Sechs Tipps für den Urlaub mit dem eBook-Reader

  • 6. Juni 2013 - Aktualsiert am 18. September 2015
  • von Michael
  • 5 Antworten

ereader_urlaubViele Leute entscheiden sich für einen eBook-Reader, weil sie im Urlaub viel Gewicht sparen können. Klar, denn mehreren Kilos für Papierbücher stehen ein paar Gramm des eReaders entgegen. Und weil die Urlaubszeit gerade beginnt, möchte ich in diesem Artikel ein paar praktische Tipps geben, damit der eReader den Urlaub gut übersteht.

Dieser Artikel ist bereits rund 2 Jahre alt. Die angesprochenen Geräte sind teilweise nicht mehr erhältlich oder haben Nachfolger.

Welcher Reader?

Generell eignen sich alle eReader auch für den Urlaub. Wer nur tagsüber liest, kommt mit einem unbeleuchteten Gerät aus. In südlichen Gefilden, in denen es zeitig dunkelt, ist ein Reader mit Beleuchtung (PocketBook Touch Lux, Tolino Shine, Kindle Paperwhite oder CyBook HD Frontlight) besser. Wer schon einen eReader besitzt, aber Bedenken wegen Langfingern hat, kann sich nur für den Urlaub einen billigen Reader kaufen, bei dem es nicht so schlimm ist, wenn er geklaut wird oder kaputt geht. Der Trekstor 4ink passt da mit seinen 49 € prima rein, wer am Gerät mehr einstellen will, nimmt den PocketBook Basic für 69 €. Wer im Amazonökosystem zuhause ist, kann sich auch mal den Tastenkindle anschauen, der mittlerweile nur noch 69 € kostet. Alle diese Geräte haben keine eingebaute Beleuchtung. Wer dennoch im Dunklen lesen möchte, kann für ein paar Euro eine Anstecklampe kaufen.

Update vom 11.06.2013:

Thalia hat die Preise für die unbeleuchteten Reader Trekstor 4ink auf rund 35 € und Cybook Odyssey auf 59 € gesenkt. Ich empfehle den Cybook Odyssey, zu dem es auch einen Testbericht und einen Vergleich mit Kindle Touch und Sony PRS-T1 gibt.

Beutel oder Hülle?

Um den eReader vor Sand, Staub oder Wasser zu schützen kann es in eine passende Hülle gesteckt werden. Bei Sand oder Wasser empfielt sich entweder ein Druckverschlussbeutel oder eine spezielle, wasserdichte Hülle.

Die Vorteile der Druckverschluss- oder auch ZipLock-Beutel ist das geringe Gewicht, die dünne Folie, durch die leichter der Powerknopf gedrückt werden kann und der vergleichsweise geringe Preis. ZipLock-Beutel sind aber auch nicht so strapazierfähig, sodass man ruhig mehrere Beutel mitnehmen sollte.

pocketbook_touch_lux_im_ziplock_beutel

PocketBook Touch Lux im Druckverschlussbeutel

Infrarot-Touch-Displays, die in einigen Geräten (Kobo, Tolino, Kindle Touch, Sony) verwendet werden, lassen sich durch Zip-Lock-Beutel fast nicht bedienen. Denn die dünne Folie ragt locker in den Infrarotbereich hinein und löst damit leicht Fehlbedienungen aus. Geräte ohne Touchbedienung funktionieren im Zip-Lock-Beutel allerdings tadellos.

Das Material der wasserdichten Schutzhülle ist zwar steifer und hält damit auch mehr aus, allerdings lassen sich die Powerknöpfe, die bei einigen Geräten auf der Unterseite sind, schwer drücken. Noch schwerer ist es beim Tolino oder den Kobos, deren Einschalter als Schiebeschalter ausgelegt sind. Diese lassen sich in diesem Beutel fast überhaupt nicht bewegen. Dieser Nachteil ist bei Geräten mit Infrarot-Touch-Display allerdings auch ein Vorteil, das sich diese insgesamt etwas besser bedienen. Das liegt daran, dass hier die Folie nicht so lose überm Bildschirm hängt. Allerdings muss man ganz schön fest aufs Display drücken, um eine Aktion auszulösen.

kindle_paperwhite_in_spritzwassergeschuetzter_huelle

Kindle Paperwhite in wasserdichter Hülle

Geräte mit kapazitiven Touchdisplays (die PocketBooks, Kindle Paperwhite, können in beiden Beuteln problemlos bedient werden. Und weil die Geräte komplett in den Beuteln verschwinden, brauchen auch die Anschlüsse nicht gesondert geschützt werden. Ein großes Manko der Beutel ist das stark reflektierende Material.

Reflexionen der spritzwassergeschützten Hülle

Reflexionen der wasserdichten Hülle

In der direkten Sonne oder in hellen Umgebungen wird das Lesen recht schnell anstrengend, da man sich beim Umgreifen immer wieder selber blendet. Wenn es allerdings feucht ist oder regnet, ist diese Hülle perfekt, da sie das enthaltene Gerät wirklich gut schützt.

Wer nicht am Sandstrand oder am Wasser liest, kann auch zu ganz normalen Hüllen (für Tolino Shine bzw. PocketBook Touch (Lux), PocketBook Basic, Kindle Touch) greifen. Weil die Geräte in den Hüllen recht gut verpackt werden, schützen diese Hüllen in erster Linie das Gehäuse und das Display des eReaders vor Beschädigungen. Im letztjährigen Urlaub habe ich meine damalige Hülle sehr zu schätzen gelernt:

Kindle Touch - beschädigte Hülle

Beschädigungen der Schutzhülle nach Ablage auf kroatischem Fels

Die Displays selbst verkratzen nicht so schnell, allerdings können sie bei mechanischer Belastung (Schläge oder beim draufsetzen) leicht brechen. Wer trotzdem Angst vor Kratzern hat, kann zu entsprechenden Folien greifen. Ich habe diese allerdings noch nie gebraucht.

Anschlüsse schützen

Außer beim Tolino Shine, dessen Anschlüsse von Haus aus hinter einer Gummiklappe versteckt sind, empfielt es sich, die Anschlüsse der Geräte mit etwas Klebeband abzudichten. So kann kein Staub hineingelangen und für Fehlfunktionen sorgen.

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Mit Klebeband zugeklebte Anschlüsse des PocketBook Touch Lux

Allerdings lassen sich die Geräte auch so nicht aufladen. Daher das Gerät erst komplett aufladen, Bücher aufspielen und zum Schluss die Anschlüsse zukleben. Alternativ einfach eine Rolle Klebeband einpacken. Diese Gummistecker, die in den USB-Anschluss und die Kopfhörerbuchse passen, kann man sich sparen, da sie aufgrund ihrer Größe leicht abgestreift werden können und verloren gehen.

gummistecker_am_pocketbook_touch_lux

Staubschutzkappen am PocketBook Touch Lux

Temperatur

Dass die eReader nicht stundenlang in die pralle Sonne gelegt werden sollten, weil sonst die elektronischen Bauteile kaputt gehen könnten, versteht sich von selbst. Die eInk-Displays neigen bei höheren (und kälteren) Temperaturen allerdings dazu, etwas träger zu reagieren. Auch werden die Bildschirme teilweise nach jedem Blättervorgang komplett aufgefrischt, auch wenn in den Einstellungen etwas anderes gewählt wurde.

Strom

Aufgrund der stromsparenden Bildschirme reicht der Akku der eReader von Haus aus sehr lange. Damit dies im Urlaub auch so bleibt, sollte das WLAN komplett abgeschaltet werden. Wie das geht, steht in den Bedienungsanleitungen der Geräte. Die Beleuchtung bei entsprechenden Geräten kann tagsüber ganz ausgeschaltet bzw. aufs Minimum (Kindle Paperwhite) reduziert werden, da sie im Hellen keinen Effekt hat.

Sämtliche eReader werden per Micro-USB-Kabel aufgeladen, also sollte sich im Gepäck ein entsprechendes Kabel befinden. Viele Smartphones haben auch diesen Anschluss, sodass es mitunter ausreicht, nur ein Kabel bzw. Ladegerät mitzunehmen. Fürs Reisen in andere Länder empfielt sich natürlich ein passendes Adapterset für die Steckdose.

Lesefutter

Am Besten ist es natürlich, bereits vor dem Urlaub den Gerätespeicher und ggf. die externe Speicherkarte mit eBooks zu befüllen. Wenn dennoch unterwegs die Bücher ausgehen, kann sie leicht per WLAN nachordern, sofern das Gerät WLAN unterstützt und ein selbiges in der Nähe ist. Hinterher aber nicht vergessen, das WLAN wieder abzuschalten! Wer ein Notebook mitnimmt, kann den Reader natürlich auch darüber bestücken.


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Michael SonntagMichael Sonntag beschäftigt sich mit allem, was mit dem Lesen ohne Papier als Trägermaterial zu tun hat. Also mit eBook-Readern, Tablets und dem ganzen Drumherum.
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5 Kommentare

Trackback  •  Kommentarfeed

  1. Willi Winzig sagt:

    Das sind jetzt mal “gscheite” Tipps, die mir im nächsten Urlaub bestimmt sehr nutzen werden. Danke für Dein Engagement! Das ist klasse!

  2. weissertiger2 sagt:

    Ich besitze keinen eBook Reader, lese momentan (kann sich in Zukunft wiedermal ändern) keine Bücher mehr.

    Ich weiss nicht wie ihr das seht, aber wenn ich einen hätte dann wäre das für mich ganz klar ein Verbrauchs Gegenstand. Das soll nicht heissen dass ich damit wahllos umgehe, sondern das ich lieber bequem lesen anstatt eine Hülle davor hab.

    Nur mal so als Anmerkung :)

    • Michael sagt:

      Ich sehe das im Prinzip ähnlich. Allerdings erhöht eine pflegliche Handhabung den Wiederverkaufswert unter Umständen doch erheblich. Und wer sich einen Reader mal vom Munde abgespart hat, findet sicherlich jeden unnötigen kleinen Kratzer störend.

  3. peter sagt:

    habe den kindle fire. habe ihn auf die werkseinstellungen zurückgesetzt. kann man den kindle fire
    auch jetzt ohne anmeldung nutzen?
    wenn ja gib mir bitte einen tip

    Im voraus besten dank

  4. Nina sagt:

    Das ist ein schöner Artikel, immerhin überlegt sich – nicht zuletzt wegen der Werbung gezielt dazu – ja so mancher, so ein Gerät für den Urlaub anzuschaffen.

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