Die große eReader-Übersicht Winter 2015/2016

Wer vor der Entscheidung steht, einen eReader anzuschaffen (Weihnachten ist ja meist ein guter Anlass), bekommt in diesem Artikel gute Übersicht über die aktuell erhältlichen eBookreader, wie sie im Herbst/Winter im deutschsprachigen Raum zu haben sind.

Seit der letzten eReaderübersicht vom März 2015 hat sich einiges auf dem eReadermarkt bewegt. So sind sieben neue Geräte hinzugekommen, andere sind rausgefallen und bei einigen wurde der Preis nach unten korrigiert. Zeit also für eine neue Übersicht.

Dieser Artikel ist nicht mehr aktuell. Seinen Nachfolger gibts hier:
Die große eReader-Übersicht 2018

Anmerkungen zur Auswahl

ereaderuebersicht_winter_2015-2016Im ersten Teil habe ich die Geräte nach Einsteiger-, Mittel- und Oberklasse sortiert, wobei ich einzig den Kaufpreis als Unterscheidungsmerkmal herangezogen habe. Im Bereich der Geräte mit 6″-Bildschirmen, die das Gros der eReader ausmachen, geht liegen die Preise zwischen rund 70 € bei den unbeleuchteten und rund 200 € für die Premiumgeräte. Trotz der Spanne lassen sich die eBooks auch auf den sehr preiswerten Geräten nicht unwesentlich schlechter lesen, als auf den hochpreisigen Geräten. Hier gibt es dann nur Unterschiede in der Verwendung des Gehäusematerials und Ausstattung (Beleuchtung, zusätzliche Blättertasten, Helligkeitssensoren, usw.).

Im zweiten Teil habe ich die Geräte nach Merkmalen aufgelistet. So gibts eine Übersicht über alle Geräte mit hochauflösenden Bildschirmen, eine mit allen eReadern mit großem Bildschirm, alle eReader auf denen Androidapps installiert werden können und den wasserdichten eReadern, die mit in die Badewanne genommen werden können.

Wer darüber hinaus die hier getesteten eReader nach anderen Kriterien filtern möchte, kann dies im eBook-Readervergleich tun. Und für alle, die meine ganz persönliche Einschätzung interessieren, gibts noch meine Top 5-Readerauswahl, die sich hin- und wieder ändert.


6″-Einsteigergeräte – unter 100 €

Wer schon länger mit einem eReader liebäugelt, aber erstmal ausprobieren möchte, ob das Lesen auf elektronischer Tinte passt, kann sich in der Einsteigerklasse umsehen. Hier gibts unbeleuchtete Geräte, für deutlich unter 100 € und welche, die schon länger erhältlich sind und seither preislich reduziert wurden.

Für den ganz preiswerten Einstieg gibt es hier den einfachen Kindle (69 – 79 €) oder den PocketBook Basic 2 (69 €). Beide Geräte kommen ohne Beleuchtung, der Kindle hat einen touchfähigen Bildschirm, der Basic 2 nicht. Mit diesem können auch eBooks aus der Onleihe gelesen werden, etwas was mit den Kindles nicht möglich ist.

Wer eine Beleuchtung möchte, hat für 99 € die Wahl zwischen dem PocketBook Sense und dem Touch Lux 3 aus gleichem Hause. Beide Geräte haben ursprünglich deutlich mehr gekostet (der Sense 159 € (mit Cover) und der Touch Lux 119 €), die Preise wurden aber im Laufe der Zeit reduziert. Beide Geräte haben sowohl einen berührungsempfindlichen Bildschirm und Blättertasten. Beim Sense befinden sie sind sie auf der Rückseite, beim Touch Lux 3 vorne unterhalb des Bildschirms. Der Sense hat zusätzlichen einen Helligkeitssensor, der für diese Klasse sehr ungewöhnlich ist.

  1. Testbericht Kindle Touch
  2. Testbericht PocketBook Basic 2
  3. Testbericht PocketBook Sense
  4. Testbericht PocketBook Touch Lux 3

6″-Mittelklasse – 100 € – 140 €

Die Mittelklasse bietet die größte Auswahl aktueller eReader, die ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis haben. Alle Geräte sind beleuchtet und setzen durch die Bank auf eInk-Carta-Displays mit hellem Hintergrund und sehr gutem Kontrastverhältnis.

Den Reigen eröffnet der spanische Energy Sistem eReader Pro (116 €), der mit seitlichen Blättertasten punktet und ein offenes Android enthält, auf dem sich normale Androidapps installieren lassen. Der neue Tolino Shine 2 HD (119 €) und der Kindle Paperwhite von 2015 (119 – 139 €) haben ebenso wie der Kobo Glo HD ein mit 300 ppi sehr hoch auflösendes Display. Der französische Cybook Muse Frontlight (~ 135 €) bietet eine plane Front und seitliche Blättertasten. Der PocketBook Ultra (129 € – nur Limited Edition) bringt – ungewöhnlich für einen eReader – eine Kamera zum Fotografieren von Dokumenten mit, besticht gleichzeitig aber mit Blättertasten und einem mitgelieferten Magnetcover. Alle, außer dem Paperwhite kommen mit eBooks aus der Onleihe klar.

  1. Cybook Muse Frontlight
  2. Testbericht Energy System eReader Pro
  3. Testbericht Tolino Shine 2 HD
  4. Testbericht Kindle Paperwhite 2015
  5. Testbericht Kobo Glo HD
  6. Testbericht PocketBook Ultra

6″-Oberklasse – ab 140 €

Mit momentan zwei Geräten gibts die geringste Auswahl in der preislichen Oberklasse. Die Geräte, die hier vertreten sind, haben eine flache Front, wie dies von Smartphone oder Tablets bekannt ist.

Der neue Tolino Vision 3 HD (159 €) kommt ebenso wie der schon etwas ältere Kindle Voyage (189 €) mit dem gleichen mit 300 pp auflösenden Cartadisplay. Der Vision 3 HD ist wasserdich und kann auch per Schlag auf die Rückseite umblättern kann. Der Voyage hingegen hat seitliche Sensortasten zum Umblättern und einen Helligkeitssensor für die optimale Beleuchtung des Bildschirms. Auch hier gilt wieder: Der Voyage kann mit den eBooks aus der Onleihe nichts anfangen.


eReader mit hochauflösenden Bildschirmen

Seit Ende 2014 geht der Trend bei eBook-Readern zu höher auflösenden Bildschirmen. Der Vorteil liegt auf der Hand, denn je feiner ein Bildschirm auflöst, desto glatter ist das Schriftbild. Erinnerten die Bildschirme der ersten eReader noch an auf Recyclingpapier gedruckte Bücher, so lassen sie aktuellen eReader viel eher mit normalem Buchdruck vergleichen.

State-of-the-art bei den Sechszöllern sind derzeit Cartadisplays mit 300 ppi-Aulösung. Durch den recht hellen Hintergrund lassen sie das Schriftbild auch im unbeleuchteten Zustand sehr scharf und kontrastreich wirken. Aktuelle eReader mit 300 ppi-Auflösung sind  der Tolino Shine 2 HD (119 €), der Kindle Paperwhite von 2015 (119 – 139 €), der Kobo Glo HD (129 €), der Tolino Vision 3 HD (159 €) und der Kindle Voyage (189 €). Der Kobo Aura H2O (179 €) hat einen etwas größeren Bildschirm und eine etwas geringere Auflösung von 265 ppi. Dafür passt hier etwas mehr Text auf die Seite, sodass seltener umgeblättert werden muss.

  1. Testbericht Tolino Shine 2 HD
  2. Testbericht Kobo Glo HD
  3. Testbericht Kindle Paperwhite 2015
  4. Testbericht Tolino Vision 3 HD
  5. Testbericht Kindle Voyage
  6. Testbericht Kobo Aura H2O

 eReader mit großen Bildschirmen

Die 6″großen Displays  bieten das beste Verhältnis zwischen Gerätegewicht und Lesbarkeit. Mehr Lesefläche bedeutet aber auch, dass man beim Lesen nicht so oft umblättern muss, man die Schrift sehr groß einstellen kann oder dass sich PDF-Dokumente leichter lesen lassen, da sie nicht so stark verkleinert werden, wie auf Geräten mit kleinerem Display.

Aktuell auf PAPIERLOS LESEN getestete Geräte sind der Kobo Aura H2O (179 €) mit 6,8″ Bildschirmdiagonale, das PocketBook Inkpad (189 €) und der Icarus Illumina XL mit jeweils 8″, sowie der Icarus eXcel (320 €) mit 9,7″. Die Bildschirme von Aura H2O, InkPad und Illumina XL sind beleuchtet und sie lassen sich über Berührungen mit den Fingern bedienen. Beides kann der eXcel nicht, bei ihm läuft die Bedienung über einen Stylus und die Tasten am Gerät.


eReader mit offenem Android

Die eReaderlandschaft ist grob gesagt in zwei große System unterteilt. Die Amazonwelt und die anderen. Die Kindle können keine EPUB-Dateien öffnen und die anderen keine Kindle-eBooks. Außer ein paar Exoten, die auf Googles offenem Android basieren und es ermöglichen, alternative Leseapps zu installieren. Dann ist es möglich, auch auf einem normalerweise dem EPUB-System zugehörigen Gerät, eBooks von Amazon zu lesen.

Hierzu gehören der Energy Sistem eReader Pro (116 €), der Icarus Illumina und sein größerer Bruder, der Illumina XL und der Icarus Excel (320 €). Die erstgenannten sind baugleiche Geräte mit Touchdisplay und seitlichen Blättertasten, während der Excel nur per Stift und Tasten bedient wird. Dafür hat er einen knapp 10″ großen Bildschirm, auf dem PDF-Dokumente einwandfrei gelesen werden können.


Wasserdichte eReader

Momentan gibt es mit dem Kobo Aura H2O (179 €), dem PocketBook Aqua (109 €) und dem Tolino Vision 3 (159 €) drei wasserdichte Geräte am Markt. Kobo und PocketBook sind dabei nach IP57 zertifiziert, eine Norm, die aussagt, dass Geräte staub- und wassergeschützt sein müssen. Während die Geräte von Kobo und PocketBook einen Rundumschutz und entsprechende Abdeckklappen für die Anschlüsse aus Gummi haben, ist beim Vision 3 HD die Eletronik selbst wasserdicht. So richtet dort ins Gehäuse einlaufendes Wasser keinen Schaden an. Trotzdem hat nur der Aura H2O einen Speicherslot für eine externe Speicherkarte, Aqua und Vision 3 HD verzichten drauf.

Alle drei Geräte haben berührungsempfindliche Bildschirme, wobei dieser nur beim Aura H2O gesperrt wird, wenn das Geräte untergetaucht wird. Aqua und Vision 3 HD werten den Druck aufs Display aus und blättern weiter oder gehen im Shop einkaufen. Alle drei Geräte sind nicht schwimmfähig, haben aber auch keine Möglichkeit, ein Bändchen am Gehäuse zu befestigen, damit die Geräte auf der Luftmatratze nicht weiter als 1 m untertauchen können. Das ist bei allen drei Geräten nämlich die maximal zulässige Tiefe für den Wasserschutz, der zudem 30 min lang gilt. Der Aqua hat als Einziger keine Beleuchtung eingebaut, dafür kann er mit separaten Blättertasten punkten.

Fragen zu den aufgelisteten Geräten beantworte ich gern in den Kommentaren.


Weitersagen & Unterstützen: Facebook | Google+ | Twitter
Michael SonntagMichael Sonntag beschäftigt sich mit allem, was mit dem Lesen ohne Papier als Trägermaterial zu tun hat. Also mit eBook-Readern, Tablets und dem ganzen Drumherum.
* = Partnerlinks

Antworten

Alle eingegebenen Daten werden verschlüsselt übertragen. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Hoch