Der neue PocketBook Touch Lux 4 im Test

  • - Aktualsiert am
  • von Michael
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Ab 22. August steht der neue PocketBook Touch Lux 4 offiziell in den Regalen. Er ist die vierte Inkarnation der Touch-Lux-Reihe und hat einige Neuerungen. Ich hatte die Möglichkeit, das neue Gerät in den letzten Tagen ausgiebig zu testen. Wie immer habe ich ein Buch (siehe ganz unten) auf dem Reader gelesen, um ein Gefühl für das Gerät zu bekommen.

PocketBook Touch Lux 4 in schwarz

PocketBook Touch Lux 4 in schwarz

Hinweis: PocketBook hat mir das Gerät inkl. Hülle zum Testen zur Verfügung gestellt. Es ist nicht handverlesen, da die Verpackung noch verschweißt war. Es ist also eins der ersten Seriengeräte.

Gehäuse und Design

Zum zweiten Mal seit 2013 ändert PocketBook das Design der Touch-Lux-Reihe. Waren die Änderungen am Gehäusedesign bei der ersten Änderung mit dem Touch Lux 2 nur auf den zweiten Blick sichtbar, so sind sie diesmal auffälliger. PocketBook führt mit dem Touch Lux 4 (und später mit dem Basic Lux 2 und dem Touch HD 3) ein komplett neues Gehäuse ein, dessen Designsprache schon beim Inkpad 3 zum Einsatz kam.

Der Touch Lux 4 ist rund 1 cm kürzer, 4 mm schmaler und rund 20 g leichter als die letzte Version des Vorgängers. PocketBook gibt 155 g für den Touch Lux 4 an, mein Exemplar ist mit 153,5 g sogar noch etwas leichter.

Größenvergleich zwischen Touch Lux 3 (links) und Touch Lux 4 (rechts)

Größenvergleich zwischen Touch Lux 3 (links) und Touch Lux 4 (rechts)

Durch das kleinere Gehäuse ist der Touch Lux 4 sehr kompakt und kommt fast auf die Maße des Sense, der seinerseits an Kleinheit im 6-Zoll-Segment kaum zu unterbieten ist. Im Gegensatz zu diesem ist das Gehäuse vorn und hinten gummiert, womit sich das Gerät wie gewohnt sehr angenehm und sicher halten lässt. Auf die Wulst an der Rückseite hat PocketBook beim neuen Design verzichtet, was ich schade finde, da sich der Vorgänger dadurch auch ohne Hülle sehr gut austariert halten ließ.

Die gummierte Rückseite mit Logo

Die gummierte Rückseite mit Logo

Die Ränder oben und links und rechts um das Display herum sind von vierzehn auf neun Millimeter geschrumpft, was dem Reader ein modernes Aussehen verleiht, aber bisweilen nicht so praktisch ist, weil ein darauf abgelegter Daumen zu sehr in den Bildschirm hineinragt. Wer seine eBooks mit schmalem Seitenrand anzeigt, überdeckt den Text mit dem Daumen sehr leicht. Abhilfe könnte dann das Lesen im Querformat schaffen, bei dem die Blättertasten seitlich ergonomisch angeordnet sind.

Der kupferfarbene PocketBook-Schriftzug unterhalb des Bildschirms setzt einen Akzent im sonst einfarbigen Ensemble aus schwarzem Gehäuse und Graustufendisplay.

Tasten und externe Speicherkarte

Tasten und externe Speicherkarte – gut zu erkennen ist auch der weiße Powerknopf

Danach folgen die vier schwarzen Tasten (Home, Zurückblättern, Vorblättern und Menü), die jetzt etwa halb so hoch sind, als beim Touch Lux 3. Zudem sind sie als einzelne Tasten ausgeführt. Die Tastenbeschriftung ist bei diesem Gerät nur im Gegenlicht sichtbar, auf dem silbernen Gerät sind sie vermutlich besser zu erkennen. Das Klickgeräusch der Tasten ist etwas leiser als beim Vorgänger, sie könnten allerdings etwas besser verarbeitet sein. Bei meinem Exemplar sitzt die Taste zum Weiterblättern minimal tiefer im Gehäuse. Das ist fast nicht sichtbar, aber ich spüre es beim Überfahren mit dem Daumen.

An der Unterseite des Readers befindet sich der Einschub für die optionale Micro-SD-Karte, die maximal 32 GB fassen darf und der Micro-USB-Anschluss. Der ist jetzt um 180 Grad gedreht. Wer vom Touch Lux 3 umsteigt, sollte anfangs genau aufpassen, wie der Stecker eingesteckt wird, um das Gerät nicht zu beschädigen. Der nach außen gewölbte Powerknopf ist jetzt weiß und beinhaltet eine Status-LED. Diese leuchtet immer dann, wenn der Prozessor im Reader rechnet oder das Gerät aufgeladen wird. Natürlich lässt sich die LED auch abschalten, sodass sie nur dann leuchtet, wenn der Reader aufgeladen wird.

PocketBook Touch Lux 4 in der Hand gehalten

PocketBook Touch Lux 4 in der Hand gehalten

Durch einen neuen technischen Unterbau unterstützt der Touch Lux 4 nun erstmals einen brauchbaren Standbymodus, der nur sehr wenig Strom verbraucht. In 12 Stunden im Standbymodus sank der Ladestand des Akkus bei mir nur um rund ein Prozent. Wahrscheinlich war es noch weniger, aber länger wollte ich nicht warten. Die neuen Slimhüllen unterstützen den Standbymodus, indem sie den Reader beim Zuklappen in den Standby schicken und ihn daraus auch wieder aufwecken. So kann praktisch übergangslos weitergelesen werden. Wird der Reader dennoch komplett abgeschaltet, benötigt er nur noch sieben Sekunden, bis er wieder einsatzbereit ist. Der Vorgänger brauchte dafür noch das Dreifache.

Insgesamt ist der Touch Lux 4 sehr gut verarbeitet. Bis auf die etwas tiefer liegende Taste, stimmen die Spaltmaße und nichts knarzt oder knackt, wenn das Gerät etwas härter angefasst wird.

Bildschirm

Beim Bildschirm setzt PocketBook auf das bewährte 212-ppi-Mittelklasse-Display mit Cartatechnologie, das 1,5 mm nach innen versetzt im Gehäuse sitzt. Dessen Ausleuchtung ist nicht ganz so perfekt, wie bei Readern mit 300-ppi-Display, dem Preis aber angemessen gut. Am unteren Bildschirmrand ist eine leichte Schattenbildung wahrnehmbar. Nach oben hin hat das Display einen leichten Farbverlauf, der beim Lesen im Querfomat nicht besonders stört.

Ausleuchtung des 212-pp-Bildschirms bei maximaler Helligkeit

Ausleuchtung des 212-pp-Bildschirms bei maximaler Helligkeit

Eine Nachtlichtfunktion hat der Touch Lux 4 nicht, d.h., die Lichtfarbe lässt sich nicht ändern. Sie ist weiß und in maximaler Beleuchtung nicht sehr grell. In der geringsten Stufe ist die Beleuchtung dunkler, als die des Vorgängers:

Geringste Helligkeitsstufe: Touch Lux 3 (links) und Touch Lux 4 (rechts)

Vergleich der geringsten Helligkeitsstufe (zur besseren Beurteilung bitte aufs Bild klicken)

Obwohl das Gerät keinen explizit als Lichtschalter ausgeführten Knopf hat, lässt sich die Beleuchtung schnell über einen längeren Druck auf die Menütaste ein- und ausschalten. Die Helligkeit hingegen kann über eine vertikale Wischgeste direkt auf dem Bildschirm geregelt werden.

Insgesamt ist die Qualität des Bildschirms ok, der Schwarzwert der Schrift ist auch in Ordnung, eben auf aktuellem Mittelklasseniveau. eBooks lassen sich damit einwandfrei lesen. Der Unterschied zur etwas schärferen Schrift eines 300-ppi-Bildschirms fällt ohne direkten Vergleich kaum auf.

Software

Wie bei PocketBook üblich, läuft auf allen Geräten die gleiche Software, die sich nur in Nuancen unterscheidet. Je nachdem, welche Funktionen das Gerät zusätzlich hat oder eben auch nicht.

Gleich ist bei allen aber die umfangreiche Bibliothek, in der die Bücher verwaltet werden können und die sie nicht nur nach Titel, Autor oder Datum sortiert, sondern auch Genre oder Serieninformationen auswerten und anzeigen kann. Oder den Klappentext, sofern er im Buch vorhanden. Sammlungen lassen sich ebenfalls erstellen und Bücher als Favoriten markieren. Freunde von Ordnerstrukturen kommen auch beim Touch Lux 4 wieder auf ihre Kosten, denn selbstverständlich kann er diese anzeigen.

E-Books lesen

Der Touch Lux 4 kommt mit Firmware 5.18, was bedeutet, dass auch er die neue Leseanwendung unterstützt, die sich etwas vielfältiger einstellen lässt und etwas fehlerfreier ist, als die Leseapp auf den Vorgängern. Perfekt ist sie allerdings auch nicht, denn nach wie vor fehlt eine Möglichkeit, Blocksatz oder Linksbündigkeit zu erzwingen. PocketBook hat aber schon durchblicken lassen, dass diese Funktion in einem der nächsten Updates nachgerüstet wird. Davon abgesehen gibts von Haus aus acht Schriftarten, eigene lassen sich, wie gehabt, nachinstallieren. Neben dem Randabstand kann die Zeilenhöhe und die Silbentrennung eingestellt werden.

PDF-Dokumente lassen sich auch mit dem Touch Lux 4 gut lesen. Für auf große Formate wie DIN A4 oder DIN A5 erstellte Dokumente ist der Bildschirm natürlich zu klein. Um diese Dokumente trotzdem zu lesen, muss es in Text umgewandelt werden, das geht mit dem Reflowmodus. Die Formatierung des Textes und der Überschriften bleibt, so gut es geht, erhalten. Ein 18 MB großes PDF der Computerzeitschrift c’t öffnet sich auf dem Touch Lux 4 in rund vier Sekunden, beim Vorgänger in acht. Die Umwandlung in reinen Text ist abhängig von der Komplexität des Dokuments. Beim c’t-PDF geschieht die Umwandlung praktisch verzögerungsfrei, bei einem anderen, kleineren Dokument rund 5 s.

Touch Lux 4 mit installiertem Cool Reader

Touch Lux 4 mit installiertem Cool Reader

Der Cool Reader funktioniert auch auf den Touch Lux 4 wieder, die Einschränkungen des Inkpad 3 mit verschwundenen Symbolen in der Oberfläche habe ich beim Touch Lux 4 nicht bemerkt. Alles funktioniert, wie es soll, auch aus dem Standby heraus. Ich habe auch wieder eine angepasste Version mit allen Voreinstellungen für das Gerät erstellt.

Die passende Hülle

Hüllen für PocketBook-Reader sind ja meist eine unendliche Geschichte. Aber PocketBook hat auf die Kunden gehört und so gibt es erstmals zum Verkaufsstart eines PocketBook-Gerätes eine passende Hülle.

Es handelt sich dabei um eine sogenannte Slimfithülle, die den Reader in einer Plastikschale aufnimmt. An dieser Plastikschale ist der Deckel aus schwarzem Kunstleder angeklebt, der über Magneten an der Schale hält. Leider sind die Magnete sichtbar, was erfahrungsgemäß zu Folge hat, dass sie früher oder später aus der Schale rutschen. Dann hilft ein Tropfen Sekundenkleber, um sie dauerhaft zu fixieren. Der Reader lässt sich leicht in die Hülle stecken und auch leicht wieder entnehmen. Mit 87 g Eigengewicht erhöht die Hülle das Gewicht des Reader-Hüllen-Pakets auf knapp 241 g. Momentan gibts die Hülle nur in schwarz, weitere Farb- und Materialvarianten sind in ein paar Wochen verfügbar.

Bugs

Jeder ganz neue eReader von Pocketbook wird mit Fehlern ausgeliefert. So will es das Gesetz. Und natürlich darf auch der Touch Lux 4 hier keine Ausnahme machen. Es gibt einige kleinere Dinge, die mir während des Testens aufgefallen sind und die ich hier erwähne, um sie später ggf. streichen zu können (das erste Update soll übrigens Mitte bis Ende September erscheinen):

  1. Der Seitenrefresh beim Blättern ist noch nicht optimal eingestellt. So wird die Seite zunächst aufgefrischt und dann erst umgeblättert. Das irritiert etwas, da man nach dem Blättervorgang fälschlich vermutet, dass der Reader noch eine Seite weitergeblättert hat
  2. Beim Verwenden des Querformats funktioniert manchmal der Wechsel in den Standbymodus nicht, wenn er per Taste geschieht
  3. Das Vergrößern oder Verkleinern der Schrift per Geste funktioniert manchmal nicht richtig. Die Schrift wird in der Vorschau schon verkleinert angezeigt, beim Wechsel zurück in den Lesemodus aber nicht übernommen
  4. Die Navigationsbuttons am unteren Rand werden im Inhaltsverzeichnis erst beim zweiten Aufruf angezeigt
  5. Der Klappentext in den Buchinformationen zeigt HTML-Tags an statt sie auszublenden

Übrigens: Den Uhrzeitbug des Inkpad 3 gibts beim Touch Lux 4 nicht.

Zusammenfassung

Das könnte für den PocketBook Touch Lux 4 sprechen

  • Helligkeit per Geste regelbar
  • Weiterblättern auch mit Tasten möglich
  • Tastenbelegung lässt sich ändern
  • eBooks können in Ordnern verwaltet werden
  • eBooks können via Dropbox aufs Gerät geladen werden
  • Umfangreiche Verwaltung von eBooks in Ordnern, Sammlungen, Genres, Favoriten, Serien
  • Verwendung eigener Schriften möglich
  • Lesen ist im Querformat möglich
  • Einschub für Micro-SD-Karte
  • Spiele vorhanden
  • Unterstützung für ebooks aus der Onleihe
  • Unterstützung von Sleephüllen

Das könnte gegen den PocketBook Touch Lux 4 sprechen

  • Keine Einstellung für Blocksatz in der Software
  • Notizen lassen sich nicht exportieren

Preise und Bezugsquelle

Fazit

Ich finde, der PocketBook Touch Lux 4 ist eine sehr gelungene Weiterentwicklung der Touch-Lux-Reihe, die es seit fünf Jahren gibt. Er ist nun kleiner und leichter als alle Vorgänger. Durch den neuen Hardwareunterbau ist das Gerät zudem auch schneller geworden, was sich besonders beim Einschalten und der Verarbeitung von PDF-Dokumenten bemerkbar macht. Und es gibt endlich die längst fällige Unterstützung von Sleephüllen in Verbindung mit einem stromsparenden Standbymodus. Diese kleinen Verbesserungen sind es meiner Meinung nach schon wert, auf den Touch Lux 4 umzusteigen.

So sehr mir das kompakte Gehäuse auch gefällt, ich muss ehrlich sagen, dass ich die griffartige Auswölbung der Rückseite etwas vermisse und auch den breiten Rand ums Display des Vorgängers. Aber klar, beides zusammen geht nicht. Entweder groß und ergonomisch besser oder klein und kompakt. Wer also seinen Touch Lux 3 wegen der beiden angesprochenen Dinge liebt und die Sleepfunktion nicht vermisst, kann bei diesem bleiben. Alle anderen bekommen mit dem Touch Lux 4 ein sehr schickes Gerät, das in der Tasche wenig Platz einnimmt und dennoch sehr leistungsfähig ist.

Momentan gibts den PocketBook Touch Lux 4 nur in schwarz. Wer ihn in Silber oder grün mit schwarzer Front möchte (was mir ja sehr gut gefällt), muss leider noch ein paar Wochen warten. Die passende Hülle gibts jedoch schon jetzt.

Datenblatt anschauen


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Leseempfehlung

Für diesen Test habe ich dieses Buch gelesen:

In sechzehn packenden und abgründigen Kurzgeschichten beweist Jeffery Deaver einmal mehr, mit welcher Meisterschaft er das Thriller-Genre beherrscht. In seiner doppelbödigen Welt voll atemberaubender Spannung und überraschender Wendungen gibt es letztlich nur zwei Gewissheiten: Nichts ist wie es scheint, und einer spielt immer mit gezinkten Karten …
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Michael SonntagMichael Sonntag beschäftigt sich mit allem, was mit dem Lesen ohne Papier als Trägermaterial zu tun hat. Also mit eBook-Readern, Tablets und dem ganzen Drumherum.
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6 Kommentare

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  1. Frank sagt:

    Guten Tag Michael,

    vielen Dank für den Testbericht. Kannst du mir bitte schreiben, ob die Wörterbuchfunktion beim Lesen mit dem Coolreader wieder nutzbar ist.
    Vielen Dank

  2. Frank sagt:

    Ok, vielen Dank.

    Gibt es denn eine Möglichkeit Wörterbücher zu installieren, die mit dem Coolreader zusammen nutzbar sind.
    Danke schon mal im Voraus

  3. Armin sagt:

    Hallo Michael,
    kann ich mit dem pocketbook Touch Lux 4 legimi nutzen bzw. ist eine App vorinstalliert.

    Vielen Dank jetzt schon für eine Antwort.

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